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Mein Vanillekipferl kommt aus dem Wald. Oder wie man aus der Fichte Vanillin gewinnt!

Stephanie von Pfuel kommt aus ihrem oberbayerischen Wohnort Tüßling oft nach München! Das Backen von Vanillekipferl gehörte bis dato als Reisegrund nicht dazu! Damit war es ein Besuch mit Seltenheits- und Informationswert! Oder wusstet Ihr, dass man Vanillin aus der Fichte gewinnt?

Vanillekipferl mit Vanillin aus der Fichte (v.l.n.r.): Hans Ludwig Körner, Eva Veit, Stephanie von Pfuel. Fotocredit: Gudrun Muschalla
Vanillekipferl mit Fichten-Vanillin (v.l.n.r.): Hans Ludwig Körner (proHolz), Eva Veit (proHolz), Stephanie von Pfuel. Fotocredit: Gudrun Muschalla

Im 1.000 Hektar großen Wald von Stephanie von Pfuel stehen Fichten, aber auch viele andere Baumarten. Als Diplom Forstingenieurin nutzt sie vorbildlich ihr eigenes Holz für eine Hackschnitzelheizung, die ihr gesamtes Anwesen wohlig warm hält. Viele Festmeter Holz werden aber auch weiterverkauft. So ganz genau weiß dann aber kein Waldbesitzer, was mit seinem Holz passiert. Gut möglich aber, dass die Fichten aus dem Pfuel´schen Wald, im Labor in seine Einzelbestandteile gespalten werden, um dann aus der Cellulose Papier oder aus dem Lignin Vanillin zu machen. Durch chemische Prozesse kann man Lignin so weit spalten und verändern, dass es die selbe chemische Struktur wie Vanille bekommt.

Holzbasierte Bioökonomie mit Vanillin aus der Fichte

Aus 100 kg Fichtenholz kann so 3 kg Vanillin gewonnen werden. Wenn die Fichte gerade nicht gegessen wird, stellt man aus dem Lignin einfach Textilfasern wie Viskose, Modal und Lyocell her. Die Fichte, oder unsere Bäume im Allgemeinen, sind wahre Multitalente. Verrückt ist, dass ein Labor sogar veganen Käse aus Fichte produziert hat. Das allerdings nur für Studienzwecke, nicht aber für den Einzelhandel.

Durch die aktuelle Waldkrise und die vielen Schadmengen, werden die banalen und verrückten Forschungsergebnisse aus der Holzbasierten Bioökonomie immer wichtiger. Holz, das man nicht verbauen kann, kann man auch für die Moderne Holzenergie verwenden. Länger in die Zukunft gedacht, müssen für viele endliche Ressourcen in vielen Bereichen Ersatzstoffe gefunden werden. Der Rohstoff Holz wächst von alleine nach. Bayern ist mit 36,9 % Waldfläche das waldreichste Bundesland Deutschlands und liefert beständig und verlässlich für noch viele hunderte Jahre den Rohstoff Nummer 1, das Multitalent Holz.

Was ist proHolz Bayern?

Führende Verbände der Forst- und Holzwirtschaft in Bayern haben zu dem Aktionsbündnis proHolz Bayern zusammengeschlossen. Gemeinsam mit den regionalen Netzwerken Forst und Holz werden flächendeckend in Bayern gezielte Akzente zur sachlich fundierten und emotionalen Imageprofilierung gesetzt. Hinter dem Claim „Wir wirtschaften mit der Natur“ steht das Verständnis einer beweisbaren naturverträglichen Kreislaufwirtschaft. Danach lebt Stephanie von Pfuel, welche in München geboren wurde, tagtäglich als Unternehmerin.

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