Im Holzrausch Studio in München dreht sich sonst vieles um Räume, Materialien, Oberflächen und Handwerk. Letzten Montag (8. Juni) aber ging es um ein anderes Thema, das längst im Premium-Lifestyle angekommen ist: Nahrungsergänzung, Longevity und die Kunst, gesunde Routinen so in den Alltag zu integrieren, dass sie nicht nach Selbstoptimierungsstress klingen.

Mit dabei: Fußballstar Thomas Müller, der vor seiner Rückreise nach Nordamerika über Ernährung, Schlaf, Omega-3, Routinen und die kleinen Stellschrauben sprach, die für ihn im Alltag eine Rolle spielen. Müller steht seit 2025 bei den Vancouver Whitecaps FC in der Major League Soccer unter Vertrag; der Club führt ihn offiziell im aktuellen Kader.
Nahrungsergänzung ersetzt nichts – sie ergänzt
Ein Satz blieb an diesem Vormittag besonders hängen: Nahrungsergänzung soll genau das tun, was ihr Name sagt – ergänzen. Nicht ersetzen. Nicht rechtfertigen, dass man sonst alles laufen lässt. Und schon gar nicht als einfache Abkürzung für Gesundheit verstanden werden.
In der Talkrunde wurde mehrfach betont, dass es nicht den einen Nährstoff gibt, der langfristig gesund und leistungsfähig hält. Vielmehr gehe es um ein Zusammenspiel: Ernährung, Mikronährstoffe, Fettsäuren, Bewegung, Schlaf, Stressmanagement und soziale Faktoren. Auch Vitamin D, Omega-3, Magnesium, Kreatin sowie neuere bioaktive Stoffe wie Spermidin und Ergothionein kamen zur Sprache – allerdings immer im Kontext einer größeren Routine, nicht als isolierte Wunderformel.
Thomas Müller brachte es auf seine Art auf den Punkt: Wer Nahrungsergänzung nehme, könne deswegen nicht einfach machen, was er wolle. Es gebe verschiedene Säulen. Supplements könnten in manchen Bereichen helfen, aber sie ersetzten keinen Lebensstil.

Der „effektive Müller mit Übersteiger“
Warum Müller sich mit dem Thema beschäftigt? Für ihn hat es viel mit Funktion zu tun. Sein Fußballspiel sei schon immer davon geprägt gewesen, dass es am Ende funktionieren müsse, sagte er sinngemäß. Ein Konzept müsse so aufgebaut sein, dass es passt. Auch Robert Lewandowski, sein früherer Mannschaftskollege beim FC Bayern, habe ihn für Ernährung sensibilisiert, erzählte Müller. Trotzdem beginne bei Müller kein Essen mit dem Dessert.
Mit typisch trockenem Humor beschrieb er den Ansatz von superum Essentials als eine Art „effektiven Müller mit Übersteiger“: eine verständliche Basis, ergänzt durch speziellere Longevity-Bausteine wie Spermidin. Entscheidend sei für ihn aber nicht nur, was enthalten ist, sondern wie einfach sich das Ganze im Alltag umsetzen lässt.
Morgens ein Glas mit Pulver, abends eine Kapsel – nicht ständig neu überlegen, nicht jeden Tag die Frage, ob heute Zink, Magnesium oder Vitamin D dran ist. Genau diese Einfachheit scheint Müller zu gefallen. Denn Routinen funktionieren für ihn nur, wenn sie dauerhaft machbar bleiben.
Gesund leben, aber bitte ohne Dogma
Besonders sympathisch wurde es, als Müller über Balance sprach. Er machte deutlich, dass gesunde Gewohnheiten nicht bedeuten, im Restaurant mit Freunden die Zutatenliste des Tiramisu zu verlangen. Wenn der Alltag grundsätzlich stimme, dürfe Genuss seinen Platz behalten.
Das passt zu einer Haltung, die sich durch den ganzen Vormittag zog: Gesundes Altern ist kein radikales Programm. Es geht nicht darum, ein Leben wie der amerikanische Longevity-Unternehmer Bryan Johnson zu führen, der seinen Alltag extrem auf Anti-Aging ausrichtet. Vielmehr geht es um einen Lebensstil, der funktioniert – und trotzdem Freude macht.
Oder anders gesagt: Nicht der eine perfekte Gesundheitstag zählt, sondern das, was man täglich wiederholt.
Longevity: Fünf Säulen statt ein Trendwort
Der Begriff Longevity fiel häufig. Gleichzeitig wurde er bewusst eingeordnet: Longevity ist kein geschützter Begriff. Er kann wissenschaftlich verwendet werden, taucht aber genauso im Marketing für Cremes, Treatments und Lifestyle-Produkte auf.
In der Talkrunde wurde gesundes Altern deshalb nicht an ein einzelnes Produkt geknüpft, sondern an mehrere Säulen: Bewegung, Ernährung, mentale Fitness, soziale Fitness und Schlaf. Gerade Schlaf wurde als unterschätzter Faktor beschrieben. Regelmäßige Schlafzeiten, ein stabiler Rhythmus und die Vermeidung von „sozialem Jetlag“ – also dem starken Unterschied zwischen Arbeitswoche und Wochenende – seien wichtige Stellschrauben.
Müller selbst sprach davon, dass er heute stärker auf Schlaf, Ernährung und Regeneration achte als früher. Anfang 20 habe vieles noch von selbst funktioniert. Mit zunehmendem Alter müsse man genauer hinschauen, was der Körper brauche.
Warum Muskeln beim Altern wichtiger werden
Ein weiterer Schwerpunkt war Muskelmasse. In der Runde wurde deutlich, dass Ausdauer allein nicht reicht. Wer gesund altern möchte, sollte Ausdauer, Kraft und Mobilität zusammendenken.
Der Hintergrund: Muskelverlust im Alter wurde lange unterschätzt. Während ein kurzfristiger Muskelabbau nach einer Verletzung oft wieder aufgebaut werden kann, ist altersbedingte Sarkopenie deutlich komplexer. Deshalb wurde Muskelkraft nicht als Eitelkeit beschrieben, sondern als ein zentraler Faktor für langfristige Beweglichkeit und Lebensqualität.
Auch Müller erzählte von Anpassungen im eigenen Programm. Nach kleineren muskulären Themen habe er gemeinsam mit seinem Physiotherapeuten bestimmte Bereiche intensiviert. Das habe nicht direkt mit Nahrungsergänzung zu tun – und dann doch wieder. Denn am Ende gehe es darum, immer wieder zu prüfen, was der Körper gerade brauche.
Kleine Schritte statt Komplettumbau
Sehr alltagstauglich wurde die Diskussion beim Bild von „Tante Gabi“: jener Person, die gerne gesünder leben möchte, aber nicht sofort ihr ganzes Leben umkrempeln will. Genau das sei der richtige Ansatz, hieß es in der Runde. Kleine Schritte, die man durchhält, seien meist wertvoller als radikale Veränderungen, die nach zwei Wochen wieder verschwinden.
Auch das Pareto-Prinzip wurde angesprochen: Nicht immer müsse man 100 Prozent perfekt leben. Oft könnten wenige, aber konsequente Veränderungen viel bewirken. Besser schlafen. Regelmäßiger bewegen. Vernünftiger essen. Den Körper täglich versorgen, statt einmal pro Woche besonders gesund zu leben.
So wurde aus dem Termin im Holzrausch Studio ein Gespräch über ein Thema, das gerade viele bewegt: Wie bleibt man leistungsfähig, gesund und gelassen, ohne das Leben in ein Optimierungsprojekt zu verwandeln?
Thomas Müller lieferte dabei keinen missionarischen Gesundheitsvortrag. Vielmehr sprach er wie jemand, der aus dem Profisport kommt und weiß, dass Routinen nur dann funktionieren, wenn sie einfach genug sind, um sie wirklich durchzuhalten. Nahrungsergänzung blieb an diesem Vormittag deshalb nur ein Teil des Gesprächs. Entscheidend war die Frage, welche Routinen man im Alltag wirklich durchhält. Ein einzelner besonders gesunder Tag bringt wenig, wenn der Alltag danach wieder kippt.


