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Lodenfrey zeigt die Trachtentrends zur Wiesn – zwischen Handwerkskunst und neuen Designern

Noch bevor auf der Theresienwiese das erste Fass angestochen wird, zeichnet sich in der Münchner Maffeistraße bereits ab, wie die Wiesn aussehen wird. Wenn Lodenfrey zum traditionellen Trachtenfrühstück lädt, geht es längst nicht nur um neue Kollektionen. Das Münchner Traditionshaus nimmt mit seiner Auswahl an Designern und Manufakturen eine besondere Rolle innerhalb der Trachtenmode ein.

Trachtentrends 2026
Beim traditionellen Trachtenfrühstück von Lodenfrey gaben Markus Höhn (Geschäftsführender Gesellschafter), Moderatorin Rabea Schif sowie die Trachtenexperten Gabriele Hammerschick und Johann Maurer Einblicke in die Entwicklungen der kommenden Wiesn-Saison. Fotocredit: BrauerPhotos / G.Nitschke

Gastgeber Markus Höhn, geschäftsführender Gesellschafter von Lodenfrey, begrüßte die Gäste zum traditionellen Austausch. Zwischen Champagner, Weißwürsten und Brezen stand dabei weniger das gesellschaftliche Beisammensein als vielmehr die Frage im Mittelpunkt, welche Entwicklungen die Trachtenmode derzeit prägen. Gemeinsam mit Moderatorin Rabea Schif ordneten Gabriele Hammerschick und Johann Maurer die wichtigsten Strömungen der neuen Saison ein.

Trachtentrends Wiesn: Weniger Effekte, mehr Handwerk

Dabei wurde schnell deutlich: Der wichtigste Trend ist nicht eine bestimmte Farbe, sondern: Die Tracht wird ruhiger, hochwertiger und handwerklicher.

„Klarheit, Natürlichkeit und die aufwändige Verzierung mit kostbaren handwerklichen Details prägen die Dirndl“, erklärte Gabriele Hammerschick. Handgenähte Herz-, Plissee- oder Muschelrüschen, hochwertige Naturfasern und traditionelle Verarbeitung rücken wieder stärker in den Mittelpunkt. Statt opulenter Inszenierung stehen Qualität und Langlebigkeit im Fokus.
Farblich dominieren warme, elegante Töne wie Bordeaux, Mokka, Salbei, Tannengrün oder Navy – Nuancen, die sich harmonisch in die aktuelle Damenmode einfügen, ohne der Tracht ihre Eigenständigkeit zu nehmen.

Wenn eine der bekanntesten Cashmere-Designerinnen Deutschlands plötzlich Dirndl entwirft

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Premiere von Antonia Zander. Die Münchner Designerin zählt seit vielen Jahren zu den bekanntesten Namen der deutschen Cashmere-Mode. Dass sie ihre erste Dirndl-Kollektion ausgerechnet bei Lodenfrey präsentiert, unterstreicht die Rolle des Traditionshauses als Kurator der Trachtenmode.
Zanders Entwürfe verzichten bewusst auf laute Effekte. Hochwertige Naturmaterialien, klare Linien und handwerkliche Verarbeitung stehen im Mittelpunkt – und greifen damit genau jene Entwicklung auf, die beim Trachtenfrühstück immer wieder thematisiert wurde: weg vom kurzfristigen Trend, hin zu zeitloser Qualität.

Antonia Zander Dirndl
Mit ihrer ersten Dirndl-Kollektion interpretiert die Münchner Cashmere-Designerin Antonia Zander die Tracht neu – reduziert, hochwertig und mit großer Wertschätzung für traditionelle Handwerkskunst. Präsentiert wurde die Kollektion erstmals im Rahmen des Lodenfrey Trachtenfrühstücks. Fotocredit: Antonia Zander

Persönlicher Beratungstag mit Antonia Zander

Am Samstag, 25. Juli, ist Antonia Zander von 11 bis 17 Uhr persönlich bei Lodenfrey zu Gast. Gemeinsam mit dem Trachtenteam des Münchner Traditionshauses berät die Designerin Kundinnen bei der Auswahl ihres persönlichen Lieblings-Dirndls und gibt Einblicke in ihre erste Trachtenkollektion.

Auch die Herren bleiben ihrer Linie treu

Während sich die Damenmode stärker weiterentwickelt, verändert sich die Herrentracht traditionell nur in Nuancen. Dunkelblau und Olivtöne bestimmen die Farbwelt, kombiniert mit hochwertigen Westen, klassischen Jankern und sorgfältig abgestimmten Accessoires.

Einen klaren Rat hatte Johann Maurer dennoch parat. Auf die Frage nach dem größten Trachten-No-Go musste er nicht lange überlegen: „Ganz klar: Karierte Hemden. Die bleiben besser im Schrank.“Stattdessen gewinnen gestreifte Hemden, traditionelle Loferl, eingeknöpfte Hosenträger und hochwertig verarbeitete Lederhosen weiter an Bedeutung. Auch hier steht weniger der kurzfristige Trend als vielmehr Qualität im Mittelpunkt – mit Stücken, die viele Jahre getragen werden können.

Tracht als Ausdruck von Haltung

Moderatorin Rabea Schif zeigte sich selbst offen für Neues. Die gebürtige Frankfurterin entschied sich diesmal bewusst für ein Dirndl und bekannte, ihre Liebe zur Tracht gerade erst entdeckt zu haben. Ihr persönlicher Stil dürfe dabei trotzdem sichtbar bleiben – etwa mit modernen Loafern statt klassischer Trachtenschuhe.

Genau darin liegt vielleicht die spannendste Entwicklung: Tracht orientiert sich heute nicht mehr an schnellen Modetrends. Sie verbindet traditionelle Handwerkskunst mit einer zeitgemäßen, individuellen Interpretation.

Neben der Eigenmarke umfasst das Lodenfrey-Trachtenmode-Sortiment unter anderem Kollektionen von Gottseidank, Kinga Mathe, Susanne Spatt, Tostmann, Meindl oder Giacomelli Trachten. Viele davon entwickeln exklusive Modelle eigens für Lodenfrey.

Fünfte Jahreszeit beginnt mit dem Oktoberfest (19.9. bis 4.10. 2026)

Wenn in wenigen Wochen auf der Theresienwiese die ersten Dirndl und Lederhosen zu sehen sind, werden sich viele der Entwicklungen wiederfinden, die beim Lodenfrey Trachtenfrühstück bereits diskutiert wurden. Die Wiesn bleibt zwar Bühne der Tracht – ihre Impulse entstehen jedoch oft schon Wochen zuvor.

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