„Axel F.“, „Top Gun“ – und jetzt ein Oktoberfest Musical: Harold Faltermeyer bringt die Geschichte der Wiesn auf die Bühne seiner Heimatstadt. Heute Abend, am 16. September, startet „Oktoberfest – A Musical. An almost true story. Beinah wahr …“ in der Komödie im Bayerischen Hof. Und Faltermeyer sorgt schon vor dem ersten Ton für einen ziemlich passenden Auftritt: Der Münchner Komponist und Grammy-Gewinner will den Premierenabend in einem Outfit von Luis Trenker besuchen – inklusive klassischer Knickerbocker.

Die Wahl passt zum Anlass. Knickerbocker gehörten zum unverwechselbaren Stil Luis Trenkers und wurden von ihm ausgesprochen stilbewusst getragen. Faltermeyer greift diesen Look für seinen großen Münchner Premierenabend auf – irgendwo zwischen alpiner Tradition, Eleganz und einem gewissen Augenzwinkern. Und genau dieses Augenzwinkern passt auch zum Musical.
Wie aus einer Hochzeit die Wiesn wurde
Im Mittelpunkt steht die Liebesgeschichte von Ludwig I. von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen. Ihre Hochzeit im Oktober 1810 wurde mit mehrtägigen Feierlichkeiten begangen; das Pferderennen am 17. Oktober gilt als Geburtsstunde des Oktoberfests.
Eine Geschichtsstunde sollte man bei Faltermeyer allerdings nicht erwarten. Schon der Untertitel „Beinah wahr …“ verrät, dass sich das Musical einige Freiheiten nimmt.
Eine internationale Gauklertruppe erzählt und erfindet die Geschichte von Ludwig und Therese neu. Angeführt wird sie von Ursli und Toni Pfister, gespielt von Christoph Marti und Tobias Bonn. Das Ensemble kommt aus unterschiedlichen Ländern und Regionen – und blickt damit bewusst auch von außen auf Bayern und seine berühmteste Veranstaltung. Die Produktion wird mit Live-Band gespielt und mit englischen Untertiteln gezeigt.

Warum es „A Musical“ heißt
Schon der Titel hat eine kleine Münchner Vorgeschichte. Denn „Oktoberfest“ ist eine eingetragene Marke der Landeshauptstadt München. Nach Angaben der Stadt sind unter anderem die Begriffe „Oktoberfest“, „Münchner Oktoberfest“, „Oktoberfest München“ und „Wiesn“ als Marken beim EUIPO eingetragen. Für den Vertrieb entsprechend gekennzeichneter Produkte ist eine Lizenz erforderlich.
Und offenbar wurde genau der Name auch beim Musical zum Thema. Wie die tz im Mai berichtete, erzählte Faltermeyer bei der Vorstellung des Stücks in München, die Stadt habe zunächst nicht gewollt, dass die Produktion den Namen „Oktoberfest“ verwendet. Schließlich wurde der Titel geändert: Aus „Oktoberfest – The Musical“ wurde „Oktoberfest – A Musical“.
Eine kleine Änderung mit durchaus großer Bedeutung: also nicht das Oktoberfest-Musical, sondern ein Musical über das Oktoberfest.
Von Hollywood bis zur Theresienwiese
Für die Musik zeichnet ausgerechnet ein Münchner verantwortlich, dessen Karriere weit über Bayern hinausführte. Harold Faltermeyer wurde 1952 in München geboren, arbeitete mit Giorgio Moroder in den USA und wurde mit „Axel F.“ aus „Beverly Hills Cop“ sowie seiner Musik für „Top Gun“ international bekannt. Zwei Grammys und Arbeiten für Künstler wie Donna Summer, Pet Shop Boys und Udo Jürgens gehören ebenfalls zu seiner Karriere.
Für das Oktoberfest-Musical arbeitete Faltermeyer mit dem amerikanischen Autor Philip LaZebnik zusammen, der unter anderem an „Pocahontas“ und „The Prince of Egypt“ beteiligt war. Gemeinsam haben sie aus der von Mythen umrankten Entstehungsgeschichte des Oktoberfests ein komödiantisches Theaterstück gemacht.
Ganz neu ist das Stück übrigens nicht. Die deutschsprachige Fassung wurde 2024 am Renaissance-Theater in Berlin uraufgeführt und 2025 wieder aufgenommen. Jetzt kommt die Produktion erstmals nach München – ausgerechnet unmittelbar vor dem Start der Wiesn.

Ausgerechnet jetzt nach München
Das Timing könnte kaum passender sein: Nur wenige Tage bevor auf der Theresienwiese das erste Fass angezapft wird, beschäftigt sich Faltermeyers Musical mit der Frage, wie das alles eigentlich angefangen hat.
Allerdings nicht mit historischer Ehrfurcht, sondern mit Musik, Humor und reichlich künstlerischer Freiheit. Vielleicht ist deshalb auch Faltermeyers Premieren-Outfit so passend: keine klassische Lederhose, sondern Knickerbocker à la Luis Trenker.
Bayerische Geschichte – nur eben ein bisschen anders erzählt.
Oktoberfest – A Musical: Termine in München
Oktoberfest – A Musical. An almost true story. Beinah wahr …
Komödie im Bayerischen Hof
Premiere: 16. September 2026
Vorstellungen bis 4. Oktober 2026
Die Komödie bestätigt den Spielzeitraum vom 16. September bis 4. Oktober 2026 und führt Faltermeyer und Philip LaZebnik als Autoren des Musicals.


