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Exklusives Stadtbauprojekt: Was passiert mit dem Areal zwischen Hauptbahnhof München und Pasing?

In München sind unlängst einige neue Quartiere entstanden, welche wie das HP8 oder das Kreativquartier an der Dachauer Straße perfekt zur Stadt passen. Ob es auch mit dem neuen Areal zwischen Hauptbahnhof München und Pasing um die denkmalgeschützte Paketposthalle gelingt, werden die nächsten Monate zeigen! Aktuell ist der öffentliche Beteiligungsprozess wieder in einer neuen Phase.

Modell der Paketposthalle auf dem PaketPost-Areal © Herzog de Meuron
Modell der Paketposthalle (seit 1996 offizielles Baudenkmal) auf dem PaketPost-Areal © Herzog de Meuron

Demokratische Stadtplanung – Was wird nun aus der alten PaketPostHalle?

Sport, Kultur, Gastro? Was wird künftig dauerhaft in der Paketposthalle München zu finden sein? Der Beteiligungsprozess für eine der schönsten Hallen der Welt geht in die nächste Runde: Bis 14. Juli 2023 findet ein fünftägiges Designcamp im benachbarten Backstage statt. Hier sollen die Top-Ideen zu einem ganzheitlichen Nutzungskonzept für die Halle weiterentwickelt werden.

Seit März 2023 haben die Münchner*innen rund 1.200 Ideen eingebracht. In einem anschließenden Ideenvoting hatte die Öffentlichkeit rund 19.000 Stimmen für ihre jeweiligen Lieblingsideen abgegeben. Zusätzlich hatte eine Fachjury die Vorschläge bewertet, welche jetzt in der dritten Phase des Designcamps weiterentwickelt werden.

Dieser Prozess wird vom Stadtentwicklungsbüro urbanista und der Agentur Bricks And Stories organisiert, erfolgt im Auftrag der PI Nymphenburg Entwicklungs GmbH & Co. KG, einer Projektgesellschaft der Büschl Unternehmensgruppe. Die Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung, und das Kreativteam von This Is Really Happening begleitet den Prozess.

Mit einer Spannweite von fast 150 Metern und 1584 Fertigteile mit gleichen Abmessungen ist die Paketposthalle eine der schönsten Hallen der Welt: Foto: textbau.media, 2023
Mit einer Spannweite von fast 150 Metern und 1584 Fertigteile mit gleichen Abmessungen ist die Paketposthalle eine der schönsten Hallen der Welt: Foto: textbau.media, 2023

Factsheet Paketposthalle
Wesentliche Planungsziele der Landeshauptstadt München

Die Halle wird saniert, die Konstruktion und der rohe Sichtbeton im Inneren sollen jedoch unverändert erhalten bleiben. Der derzeitige Einbau für das Briefverteilzentrum soll zurückgebaut werden. Dadurch entsteht ein weitestgehend unverbauter überdachter Stadtplatz, der frei für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Hier sind quartiersbezogene Freiraum-Nutzungen und in untergeordnetem Umfang kuratierte Kultur- oder Sportveranstaltungen möglich. Das konkrete Konzept für die Halle wird derzeit in einem eigenständigen Partizipationsprozess mit der interessierten Öffentlichkeit unter Beteiligung von Landschaftsarchitekt*innen weiterentwickelt und konkretisiert.

In einem neu zu schaffenden Untergeschoss in der Halle ist die Errichtung eines Konzertsaals und einer Galerie vorgesehen. Die Ver- und Entsorgung sowie Belieferung der Halle erfolgt über die Untergeschosse des PaketPost-Areals.

Baudenkmal PaketPostHalle
Baudenkmal PaketPostHalle. Architektur: Rudolf Rosenfeld, Herbert Zettel
Fertigstellung: ca. 1969, Fotocredit: Stefan Müller-Naumann, 2012

Architektonische Eckdaten

Erbauung: 1965 – 1969
Lage: nordöstlich der Friedenheimer Brücke in München Neuhausen im Zentrum vom Areal zwischen Hauptbahnhof und München und Pasing

Bauherrin: Deutsche Post

Architekten: Rudolf Rosenfeld, Herbert Zettel, Ulrich Finsterwalder, Helmut Bomhard für die ingenieurtechnische Planung, Paul Gollwitzer für die Tragwerksplanung

Nutzung: Logistikhalle

Dimensionen:
• Spannweite: 146,6 Meter
• Höhe: 27,3 Meter
• Länge: 124,0 Meter
• Fläche: ca. 20.000 Quadratmeter

Verkehrsanbindung: 15 Gleise führten bis zum 31. Mai 1997 in die Paketposthalle

Konstruktion:
• freitragende Betonfertigteilhalle mit flachen Kreissegment-Bögen
• Gebäude besteht aus zwei dreizelligen Stirn- und 24 Normalbögen
• Normalbögen sind einander zugeneigt und setzen sich aus 8,5 Zentimeter dicken und 3,8 Tonnen schweren Teilen zusammen
• 1584 Fertigteile mit gleichen Abmessungen
• Schalenkonstruktion in Zeiss-Dywidag-Schalenbauweise des Gewölbes ist Tragwerk und auch Gebäudehülle. Die Zeiss-Dywidag-Schalenbauweise ist der Vorläufer des heutigen Spritzbetonverfahrens für Ingenieurbauwerke aus Spritzbeton
• Minimalistische Konstruktion, die im Verhältnis „dünner als die Schale eines Hühner-Ei’s” ist
• Gewölbedecke und -radius haben ein Verhältnis von 1:375, das Verhältnis einer Eierschale liegt bei 1:75

Chronik:
1965 – 1969: dreijährige Bauzeit
1995: Nutzung als Paketposthalle
1996: Ernennung zum Baudenkmal
1997: Am 31. Mail verließ der letzte Zug die Paketposthalle
1998: seit Juni Nutzung als Briefzentrum BZ 80, nach Umbau und Entfernung der Gleise nach den Plänen des Büros Speer in Stuttgart
2018: Verkauf des PaketPost-Areals an die BÜSCHL Unternehmensgruppe und Beauftragung des Schweizer Architekturbüros Herzog & de Meuron mit Entwicklung eines Masterplans für das Areal
2022: Durchführung eines Bürger*innengutachtens zur Nutzung des PaketPost-Areals, Einarbeitung der Ergebnisse in den Masterplan
2022: Zustimmung des Stadtrats zum geänderten Masterplan und Fortführung des Bauleitplanverfahrens auf Basis dieses Masterplans
2023, Anfang März: Start des Beteiligungsprozesses für alle Münchner*innen. Sie sind aufgerufen, Ideen und Vorschläge für die Nutzung der Paketposthalle einzubringen.

Ablauf des fünftägigen Designcamps

Montag, 10. Juli ab 17 Uhr – öffentlich

Öffentliche Auftaktveranstaltung, in der über den bisherigen Ideensammlungs- und Votingprozess sowie das Ziel des Workshops informiert wird. Außerdem wird es einen spannenden Input der Künstlerin Morag Myerscough aus Großbritannien geben.

Dienstag, 11. Juli – nicht öffentlich

Die Grundlagenerarbeitung startet morgens mit einer Gruppenarbeitsphase, in der zunächst in Kleinteams an den einzelnen Themenbereichen der Halle gearbeitet wird. Ergebnisse, Stolpersteine und Fragen werden später in einem Schulterblick (Feedback durch Expert*innen und andere Gruppen) konstruktiv diskutiert.

Mittwoch, 12. Juli – öffentlich ab 14 Uhr

Am Mittwoch findet nach einer Zusammenführung der einzelnen Gruppenarbeiten, in der Schnittstellen, Synergien und Konflikte der unterschiedlichen Nutzungen offengelegt werden, um 17.30 Uhr eine öffentliche Vorstellung und Diskussion des Gesamtbildes am Synthesemodell statt. Sie soll, als Schlüsselmoment der Konzepterarbeitung, allen Interessierten die Möglichkeit geben, die Zusammenführung der Ideen nachzuvollziehen und lädt ein, sich in die Diskussion mit einzubringen.

Donnerstag, 13. Juli – nicht öffentlich

Am Donnerstag werden die in der Synthesephase gewonnenen Erkenntnisse in einer erneuten konzentrierten Arbeitsphase konkretisiert und in ein freiräumliches Gestaltungskonzept und ein beispielhaftes inhaltliches Programm übersetzt.

Freitag, 14. Juli – öffentlich ab 14 Uhr
Öffentliche Abschlusspräsentation und -diskussion, zu der die Öffentlichkeit eingeladen ist!

Weitere Timeline für das Areal zwischen Hauptbahnhof und Pasing

2024, Ende des Jahres: geplanter Auszug der Deutschen Post aus der Paketposthalle
2025: voraussichtlicher Start der Arbeiten auf dem PaketPost-Areal und an der Paketposthalle

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