Mittwoch , September 19 2018
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Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in der Welt des Luxus?

Ist Luxus nachhaltiger als Billig-Produkte? Um diese und um viele weitere spannende Fragen rund um das Thema Luxus drehte sich alles am Dienstag in der Jaguar Land Rover Markenboutique am Münchner Odeonsplatz. Dort ging unter dem Motto „Luxus und Nachhaltigkeit“ eine interessante und mit namhaften Experten aus den Branchen Automobil, Design und Fashion besetzte Talkrunde über die Bühne.

Luxus Talk: Brian Fousse (Jaguar LandRover), Mel McWhriter, Oliver Herwig, Oliver Holy, Gabriele Strehle. Fotocredit: Dominik Beckmann / BrauerPhotos
Beim Luxus-Talk dabei: Brian Fousse, Mel McWhriter, Oliver Herwig, Oliver Holy und Gabriele Strehle (v.l.n.r.). Fotocredit: Dominik Beckmann / BrauerPhotos

Zu den Teilnehmern zählten Designerin Gabriele Strehle, die nach über 35 Jahren als Kreativ-Direktorin von Strenesse gerade mit der ersten Kollektion unter eigenem Namen für Aufsehen in der Modewelt sorgt. Möbelproduzent Oliver Holy, Geschäftsführer und Mastermind der international erfolgreichen Designfirma ClassiCon. Melanie McWhirter, die als Designerin für Land Rover in Großbritannien tätig ist. Sowie Jaguar Land Rover Marketing-Direktor Brian Fousse, der die neuen Range Rover Hybrid-Modelle präsentierte. Alle vier stehen nicht nur für Lifestyle und Design, sondern haben sich mit ihren Marken auch dem Prinzip der Nachhaltigkeit verschrieben.

Luxus mit Nachhaltigkeit

Für Kult-Designerin Gabriele Strehle ist Luxus und Nachhaltigkeit kein Widerspruch. Sie ist seit kurzem wieder zurück auf der Modebühne und lebt mittlerweile auch in München. Sie hatte von 1975 bis 2012 als Kreativ-Direktorin bei Strenesse die Marke international bekannt gemacht und sich nach ihrem Ausscheiden zunächst zurückgezogen. Derzeit startet sie wieder unter ihrem eigenem Namen mit einer eigenen Modelinie durch und präsentierte soeben die erste Kollektion als Private Collection „Good morning Cashmere“.

Gabriele Strehle: „Ich habe mir genau überlegt: Was möchtest du wirklich machen? Ich wollte Klassiker machen, denn diese sind etwas sehr Wertvolles. Mode muss heute eine gewisse Geborgenheit ausstrahlen. Ein Klassiker muss etwas Ehrliches haben, damit man seine Entschleunigung findet. Und: weniger ist mehr.‘

Sie setzt vor allem auf Qualität: ‚Qualität hat für mich oberste Priorität. Meine Kollektion wird aus erstklassigem Kaschmir aus dem Piemont in kleinen deutschen Meisterwerkstätten gefertigt. Die Kollektion zeigt, dass auch Mode Kunst ist, die Impulse der Gegenwart aufnimmt und eben deshalb Zukunft hat‘, sagte sie. Dabei handelt es sich um Luxus mit Nachhaltigkeit, wie sie beschrieb: „Kunst, die Sammler begeistern will, braucht das Zeug zum Klassiker. Und das heißt bei der Kunst der Mode: Luxus und Nachhaltigkeit. Meine Eltern haben mich damals sehr geprägt. Wir haben als Kinder nie synthetische Mode getragen, sondern immer nur Baumwolle oder Wolle.“

Von der Idee des Events zeigte sie sich begeistert: „Der Range Rover ist ein Klassiker – mit Modernität in der Neuentwicklung. Und Gabriele Strehle steht für klassische Moderne: nicht modisch, aber modern. Meine Eltern haben mich in Sachen Autos geprägt: Ich bin mein Leben lang automobile Klassiker gefahren.“ Was bedeutet Luxus für sie persönlich? „Es macht mir Freude, diese neue Mode-Kollektion zu machen. Das ist für mich Luxus.“

Definition des Begriffs Luxus

„Die bewusste Entscheidung für etwas Langlebiges, Qualitatives, Nachhaltiges“. Mit diesen Worten beschrieb Oliver Holy den Begriff Luxus. „Aber auch Zeit gehört dazu. Und in einem Job zu arbeiten, der Spaß macht. Auch das ist ein großer Luxus.“ Er ist der Urenkel von Textilpionier Hugo Boss und der Sohn von Unternehmer Jochen Holy. Seit einigen Jahren führt er erfolgreich das Möbelunternehmen ClassiCon, das internationale Designstars verpflichtet, um neue Möbel-Designklassiker zu entwickeln.

Auch hier besteht ein enger Bezug zu nachhaltigem Luxus: „Die Menschen treffen heute bewusste Entscheidungen für etwas Langlebiges, Qualitatives, Nachhaltiges. Möbelklassiker der Moderne erfüllen diese Kriterien und behalten ihren Wert. Unsere Möbel sind aus Materialien wie zum Beispiel Glas und Stahl – alles komplett recyclebar. Sie werden aber meistens zu langjährigen Begleitern, manchmal über Generationen hinweg.“ Sein Unternehmen arbeitet nachhaltig: „Wir haben uns bei unserem Firmengebäude gegen eine Klimaanlage entschieden, dafür etwas dickere Wände einbauen lassen, die im Winter die Wärme speichert und im Winter kühl halten.“

Luxus und Nachhaltigkeit im automobilen Segment

Die Gäste bekamen vor allem einen guten Einblick, wie sich Luxus und Nachhaltigkeit im automobilen Segment verbinden lassen: die Traditionsmarke Land Rover präsentierte erste Modelle der Ikonen unter den SUV-Fahrzeugen Range Rover mit Plug-In-Hybrid-Technologie. Melanie McWhirter war extra zu diesem Event von Großbritannien nach München gekommen und rückte dann den automobilen Aspekt in den Vordergrund der Diskussionsrunde: „Luxus bedeutet absolute Liebe zum Detail, beste Handwerkskunst und Technologien auf höchstem Niveau. Qualität und Hochwertigkeit zeigen sich außerdem in nachhaltigen, natürlichen und umweltfreundlichen Materialien und Lösungen. Das kann die Verwendung von Recycling-Aluminium sein – oder eben die Entwicklung eines Plug-In-Hybrids.“

„Unsere Kunden fordern heute immer stärker Nachhaltigkeit an“, so der deutsche Marketing-Direktor von Jaguar Land Rover Brian Fousse.

Moderiert wurde die Veranstaltung vom mehrfach ausgezeichneten Kultur- und Design-Autor Dr. Oliver Herwig, der auch als Dozent für Design-Theorie an der Kunstuniversität Linz unterrichtet und die Talkrunde leitete.

Holger Stromberg und Gabriele Strehle haben ihre eigene Meinung zu Luxus. Fotocredit: Dominik Beckmann BrauerPhotos
Holger Stromberg und Gabriele Strehle haben ihre eigene Meinung zu Luxus. Fotocredit: Dominik Beckmann BrauerPhotos

Food und Luxus

Starkoch Holger Stromberg sorgte für (nachhaltigen) Luxus für den Gaumen: „Im Bereich Food ist Luxus und Nachhaltigkeit gar nicht so einfach zu kombinieren: Luxus-Produkte wie Kaviar, Gänseleber und Hummer sind nicht unbedingt nachhaltig. Aber wir schaffen den Spagat: es gibt heute u.a. Eismeerkrebse, die sich unheimlich schnell vermehren“, meinte er ausgenzwinkernd. Er passte hervorragend in die Runde. Denn sein Motto lautet: „Ich bin nicht auf der Suche nach dem schnellen Erfolg oder dem größtmöglichen Effekt, sondern immer auf der Suche nach der besseren Alternative.“

Text: Andrea Vodermayr

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