Mittwoch , September 19 2018
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Feng Shui im Bayerischen Hof? Innergrit Volkhardts und Axel Vervoordts nächster Streich

MEISER’S MORE – Kolumne von Dr. Hans Christian Meiser

Dr. Hans Christian Meiser, Kolumnist bei Exklusiv München, ist Philosoph, Psychologe, Publizist und Programmdirektor von Radio 39. Denken und Sport sind seine Leidenschaft.
Dr. Hans Christian Meiser, Kolumnist bei Exklusiv München, ist Philosoph, Psychologe, Publizist und Programmdirektor von Radio 39. Denken und Sport sind seine Leidenschaft.

Innegrit Volkhardt ist, das wissen alle, die sie kennen oder mit ihr arbeiten, ein ganz besonderer Mensch, der über enorm viel Feingefühl und Stil verfügt. Und wann immer sie ihr „Haus“, den Bayerischen Hof, verschönern möchte oder muss (ein Prozess, der nie aufhört, denn irgendetwas gibt es immer zu renovieren), lässt sie sich von ihrer Inspiration leiten und findet auf diese Weise die richtigen Unterstützer.

So geschehen, als sie vor 14 Jahren die damals 80-jährige französische Innenarchitektin und Designerin Andrée Putman beauftragte, das Blue Spa zu entwerfen. Heute ein nicht mehr wegzudenkender ‚Hot Spot‘ von München. Danach zog sie die ‚Cinema Lounge‘ aus ihrem Zauberhut. Das ‚Garden‘ Restaurant, jenes mit dem schönen Namen ‚Atelier‘ sowie die neue Palaishalle – und immer überließ sie die Gestaltung dem belgischen Inneneinrichter, Kunstsammler und Antiquitätenhändler Axel Vervoordt.

Axel Vervoordt und Innegrit Volkhardt im Hotel Bayerischer Hof München. Fotocredit: Erwin Schneider / SchneiderPress
Axel Vervoordt und Innegrit Volkhardt in der neuen Palaishalle. Fotocredit: Erwin Schneider / SchneiderPress

Hotelangelegenheiten sind eigentlich nicht sein Fachgebiet und werden es auch nie sein, sagt der heute 64-Jährige. Dennoch kommt er nicht umhin, sich gelegentlich auch dort auszutoben. So gestaltete er etwa die Tribeca Pentouse Suite des Hotels „Greenwich“ in New York, Besitzer: Robert De Niro. Gleichzeitig sammelt er Kunst, stellt sie aus, liebt alte Möbel und verwendet sie – nachhaltig! – in seinen Projekten. Man kann diesen Mann schwer einordnen, er ist außergewöhnlich, weltgewandt, stilsicher und weiß, was guter Geschmack ist bzw. kreiert ihn selbst.

270-Grad-Blick über München

Kein Wunder also, dass Innegrit Volkhardt gerade ihn beauftragte, als sie darüber nachdachte, den alten Gebäudeteil über der „Komödie im Bayerischen Hof“ zu sanieren. Vier Jahre später präsentiert sich der mit einer Investitionssumme von 12 Millionen Euro neu gestaltete Süd- und Nordflügel, der zuletzt vor 24 Jahren umgebaut worden war, in ganzer Pracht.

Jetzt gibt es hier auf fünf Etagen verteilt 23 neue Deluxzimmer, 5 Deluxe Junior Suite sowie die Penthouse Garden Suite. Und genau über diese wollen wir jetzt sprechen. Auf den mehr als 350 Quadratmetern – samt einer drei Seiten umlaufenden Terrasse von 124,5 Quadratmetern – bietet sich dem Gast, der hier für einen Tag € 15.000 (inklusive Butler- und Chaffeurservice) bezahlen muss, ein unverbauter 270-Grad-Blick über München, von der Frauenkirche über den Olympiaturm bis zur Matthäuskirche. Axel Vervoordt weist darauf hin, dass man sich in vielen Hotel eingesperrt fühlt, und das wollte er hier unbedingt vermeiden. Die Möbel stammen allesamt aus seiner eigenen Werkstatt, die Farben, die Stoffe, alle Materialen überhaupt, sind so geschickt ausgewählt und zusammengestellt, dass sich hier ein einmaliges Ensemble wiederfindet.

RAUM UND RUHE FÜR DIE PSYCHE

Warum ich all das hier schreibe – in einer Kolumne, die ja eigentlich keine Hotelrezension sein soll? Weil es etwas gibt, das ich noch nie in dieser Form in einer Stadthotelsuite erfahren habe. Im Laufe meines Daseins als Hotelkritiker (was ich als Ausgleich zur Philosophie machte) habe ich sehr viele Suiten gesehen, überall auf der Welt. Aber ab einer gewissen Größe hatten sie immer das Gleiche aufzuweisen: Präsidiales. Dazu natürlich viele Zimmer für die Entourage vom Koch bis zum Bodyguard.

Trotz der enormen Qualität kamen sie mir stets austauschbar vor, egal von wem sie gebaut oder bewohnt wurden. Und vor allem merkte ich, dass mir hier die Luft zum Atmen fehlen würde. Warum ist das nun im Bayerischen Hof anders? Es liegt vielleicht daran, dass Innegrit Volkhardt und Axel Vervoordt durch ihren eigenen Charakter etwas geschaffen haben, das mit der Psyche des Gastes schwingt. Natürlich möchte man, wenn man so viel Geld ausgibt, etwas Höchstwertiges. Aber langt das? Sicher nicht.

Deshalb kann man in der Penthouse Garden Suite nun just das erfahren, das den Luxus der Moderne ausmacht: Raum (Platz) und Ruhe. Axel Vervoordt sagt, er wollte „Frieden schaffen.“ Und genau dieser Frieden ist es, den man verspürt, betritt man die Penthouse Garden Suite und lässt seinen Blick über München schweifen. Es ist, als würde alle Anspannung von einem abfallen. Man weiß, man ist angekommen. Ruhe legt sich über die Seele. Man wird bescheiden und still. Im Inneren regt sich der Wunsch, diesen Frieden mit allen Menschen teilen zu wollen. Das gibt es freilich anderenorts ebenfalls, aber hier findet man es in einer kaum vorstellbaren Qualität.

MÜNCHNER FENG SHUI

Die heute wiederentdeckte altchinesische Wohnkunst Feng Shui (wörtlich „Wind und Wasser“) zielt genau darauf ab, diesen Zustand der allumfassenden Harmonie (wieder)herzustellen, weshalb störende Einflüsse geschickt zum Wohle aller beseitigt werden. Ich vergaß bei unserem Treffen leider, Axel Vervoordt und Innegrit Volkhardt zu fragen, ob sie sich je mit Feng Shui beschäftigt hätten; wenn nicht, dann ist das, was hier wirkt, ihr Gefühl für das, was „passt“, und für das, was eine positive Energie erzeugt, die dem Menschen Kraft spendet.

Eigentlich sollten alle Wohnräume, auch unsere privaten, über diese Fähigkeit verfügen, leider wird die Kunst, solches zu kreieren viel zu sehr vernachlässigt. An keiner deutschen Universität wird Feng Shui gelehrt. „Viel zu esoterisch“ würde es dann heißen. Sonderbar. In China, Taiwan, Singapur und Malaysia etwa käme niemand auf die Idee, bei der Errichtung eines neuen Gebäudes die Feng Shui Richtlinien nicht zu beachten. Dabei ist diese Kunst viele Tausend Jahre alt und zielt ja nur darauf ab, inneren und äußeren Einklang zu kreieren.

Die Quelle für Kreativität

Axel Vervoordt lebt selbst übrigens in einem Wasserschloss bei Antwerpen. Dieses Gebäude schenkt ihm jene Kraft, derer er bedarf, um die Welt zu verschönern. Und woher bezieht Innegrit Volkhardt ihre Energie, ebenfalls daran mitzuwirken? Von Tieren. Sie besitzt vier Esel, die ihr genau das schenken, womit sie ihren stressigen Tag perfekt bewältigen kann: Ruhe, Gelassenheit, stoisches Betrachten der Dinge, auch wenn sie noch so schlimm sind. Jeden Morgen hält sie Zweisprache mit ihnen. Tiere sind überhaupt eine enorme Glückstankstelle, aber darüber werde ich in einer der kommenden Kolumnen berichten. Für heute also nur so viel: In der Ruhe liegt die Kraft, egal ob Sie in einer Pentouse Suite wohnen oder im Souterrain. Oben freilich ist man dem Himmel näher …

Welches sind IHRE Vorstellungen für ein ideales Hotelzimmer? Schreiben Sie uns. Jeder, der mitmacht, erhält – nein, keine Nacht in der Penthouse Garden Suite – , dafür aber etwas ebenfalls Besonderes: eine kostenlose dreimonatige Clubmitgliedschaft beim neuen, spannenden Münchner Internetportal RADIO 39 (www.radio39.de), das sich mit Philosophie, Psychologie, Gesundheit, Reise und Lebenskunst beschäftigt.

Senden Sie uns also bitte Ihre Meinung an: meisersmore@exklusiv-muenchen.de

Ihr Dr. Hans Christian Meiser.

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