Dass Harry Kane Tore schießen kann, wussten wir. Dass er damit eine Lawine aus Panade und bayerischer Gastfreundschaft ausgelöst hat, ist die charmanteste Nachbarschafts-Story der Saison. Ein Besuch im Waldgasthof Buchenhain, wo der „Kane-Faktor“ längst Kultstatus hat.

In der Welt des modernen Fußballs dreht sich vieles um Millionen, Verträge und Marketing. Doch wer Stefan Kastner im Waldgasthof Buchenhain besucht, merkt schnell: Die wichtigste Währung im Münchner Süden ist derzeit das Schnitzel.
Der Deal des Jahres – ganz ohne Berater
Es war eine dieser spontanen Ideen, wie sie nur an einem bayerischen Stammtisch entstehen können. Als der britische Kapitän im Sommer 2023 nach München zog und quasi zum Nachbarn im Isartal wurde, setzte Kastner, selbst leidenschaftlicher Roter, ein Versprechen ab: „Solange Kane trifft, liefern wir.“
Was viele für einen PR-Gag hielten, ist im Januar 2026 längst gelebtes Ritual. Denn Harry Kane hört nicht auf zu treffen – und Stefan Kastner hält Wort. Mittlerweile ist es kein Geheimnis mehr, dass nach den Heimspielen regelmäßig ein frisch gebratenes Schnitzel den Weg direkt an die Haustür des Superstars findet. Persönlich geliefert, versteht sich.
Von der Isar bis zur „Marca“
Dass sogar die renommierte spanische Sportzeitung Marca über diesen „Schnitzel-Deal“ schmunzelt, zeigt, wie sehr diese Geschichte den Nerv der Zeit trifft. Es ist genau das, was München im Kern ausmacht: Weltklasse-Sport trifft auf unaufgeregte Tradition. Während Kane auf dem Platz Rekorde bricht, sorgt Kastner dafür, dass der Brite kulinarisch in seiner neuen Heimat ankommt.
„Es ist ein Stück Münchner Lebensart mit einem Augenzwinkern“, sagt Kastner, der das Haus zusammen mit seiner Frau Rina den Dríjver führt. „Am Ende sind wir alle Nachbarn.“
Mehr als nur Fußball-Hype
Wer den Waldgasthof Buchenhain kennt, weiß, dass man hier nicht erst seit Kane erstklassig isst. Seit über 100 Jahren ist der Gasthof eine Institution – für Ausflügler, Oldtimer-Fans und Genießer, die den Weinkeller mit seinen internationalen Raritäten schätzen. Doch der „Fußball-Faktor“ hat dem Haus eine neue, sympathische Ebene gegeben.
Ob beim Waldfest oder der Waldweihnacht: Die Frage, ob Harry heute schon sein Schnitzel hatte, gehört mittlerweile zum Smalltalk wie das Fachsimpeln über das nächste Champions-League-Spiel. Man darf gespannt sein, ob es bald das ultimative Foto gibt: Kane mit der Torjägerkanone in der einen und einem Buchenhainer Schnitzel in der anderen Hand. Es wäre das Bild einer perfekten Integration.


