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‚Machtköpfe‘ – Bundeskanzler in Öl von Suse Kohler

Letzten Sonntag waren Wahlen und passender könnte die Tegernseer Künstlerin Suse Kohler den Termin für ihre Vernissage nicht gelegt haben. In der „Lazy.Gallery“ (von Fotograf Simon Lohmeyer) in der Münchner Corneliusstraße zeigt sie bis einschließlich 28. Oktober 2021 ihre Serie „Machtköpfe“ – alles Bundeskanzler/innen nach dem 2. Weltkrieg!

Vernissage Suse Kohler "Machtköpfe & Behind" in der LAZY.Gallery in München (c) Bachmair Weissach
Vernissage Suse Kohler „Machtköpfe & Behind“ in der LAZY.Gallery in München (c) Bachmair Weissach

Ob Angela Merkel, Gerhard Schröder, Helmut Kohl, Willy Brandt, Ludwig Erhard oder Konrad Adenauer – alle gibt es jetzt in Acryl auf Leinwand.

Für Suse Kohler war es ein besonderer Abend: „Das ist für mich ein aufregender Moment, denn das ist meine erste Ausstellung in der bayerischen Landeshauptstadt. Ich freue mich, dass so viele Kunstfreunde und auch neue Gesichter gekommen sind“, so die Künstlerin bei der Begrüßung. Zu sehen sind die Werke in München bis einschließlich 28. Oktober: „‘Machtköpfe‘ zeigt die Kanzler/innen nach dem 2. Weltkrieg – aktueller könnte das Thema angesichts der Bundeskanzlerwahl nicht sein“, so Suse Kohler.

Bundeskanzler Ludwig Erhardt
Vernissage Suse Kohler „Machtköpfe & Behind“ in der LAZY.Gallery in München. Fotocredit: Bachmair Weissach

In einem Zeitraum von fünf Jahren hat sie die Kunstwerke gemalt. ‚Ludwig Erhard ist dabei ein besonderer Bezugspunkt für mich“,  erzählte sie. „Nicht nur weil er am Tegernsee gelebt hat.“ Ihr Werk „Ludwig Erhard“ wurde erstmals 2018 beim Ludwig Erhard Gipfel am Tegernsee ausgestellt. Es ist seitdem die „Gallionsfigur“ des Gipfels und sie durfte fortan den jährlichen „Freiheitspreis der Medien“ gestalten.

Weitere Serie ‚Behind‘

Zudem stellt sie ihre Serie „Behind“ aus, für die sie Künstlerinnen wie Rosemarie Trockel, Katharina Grosse, Cindy Sherman und Frida Kahlo – letztere als „bayerische Frida“ in Tracht und mit Blumenkranz – in Öl und starken Farben auf die Leinwand brachte. eine Hommage an das letztjährige Jubiläum „100 Jahre Frauen an Kunstakademien“.

Simon Lohmeyer, Matteo Thun mit Korbinian Kohler bei der Vernissage. Fotocredit: Bachmair Weissach

Beim Opening (nach der 3-G Rege)l kamen zahlreiche Prominente wie Star-Architekt und Designer Matteo Thun!  Begleitet von kulinarischen Köstlichkeiten von Starkoch Martin Frühauf wie zum Beispiel Pfälzer Saumagen, dem Leibgericht von Helmut Kohl…

Künstlerischer Fokus auf den Augen

Die Gäste zeigten sich begeistert von den Werken. Im Fokus standen für Suse Kohler immer die Augen des Portraitierten, mit denen sie bei ihren Kunstwerken stets beginnt: „Die Augen sind der Spiegel der Seele. Damit möchte ich eine Verbindung zwischen Betrachter und dem Portraitierten herstellen und zum Dialog auffordern. „Wenn mir das gelingt, hat das Bild eine enorme Aussagekraft“, so Suse Kohler.

Simon Lohmeyer hatte nicht nur die Räumlichkeiten seiner Galerie zur Verfügung gestellt, sondern die Ausstellung auch kuratiert: „Passender geht es nicht“, lobte er. „Es ist klasse, wie sympathisch Suse Kohler die Macht transportiert.“

Zur Karriere der Künstlerin

Suse Kohler ist eine Powerfrau durch und durch Mutter: die Mutter vierer Kinder arbeitete nach ihrem Studium im Bereich Marketing und Kommunikation zunächst in der Werbung und in der Film- und TV-Branche. Doch schon früh entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Malerei: Der Münchner Maler Werner Maier, ein Freund der Familie, unterrichtete sie schließlich und wurde zu ihrem Privatlehrer und Mentor. Danach fasste sie den Entschluss, sich für ein Studium beim bekannten Professor Markus Lüpertz zu bewerben und erhielt einen der nur insgesamt 15 begehrten Studienplätze an der Akademie der Bildenden Künste Kolbermoor, den sie mit der Meisterklasse abschloss. „Schon während meines Studiums haben mich Portraits fasziniert“, so Suse Kohler, die bereits für ihre allererste Serie „Seemänner“ markante Gesichter berühmter Persönlichkeiten rund um den Tegernsee wie Schriftsteller Ludwig Thoma, Maler Olaf Gulbransson und Michail Gorbatschow portraitierte.

Kunstförderung der Kohler Hotel Gruppe

Hotelier und Ehemann Korbinian Kohler, der u.a. das „Spa & Resort Bachmair Weissach“, das „Bussi Baby“ und „Wildbad Kreuth“ am Tegernsee besitzt, war zu Recht stolz auf seine Frau: „Zu Beginn und nach der Geburt unserer vier Kinder hatten wir zunächst eine sehr klassische Beziehung. Doch durch die Kunst hat meine Frau sich vollkommen emanzipiert. Das hat auch unsere Beziehung wachsen und reifen lassen“, erzählte er. „Kunst ist in unserer Familie und in unseren Hotels dank meiner Frau schon immer fest verankert. Wir fördern immer wieder junge Künstler. Und erst kürzlich hatten wir eine Kooperation mit dem Olaf Gulbrannsson Museum bei uns am Tegernsee. Kunst ist immer eine Bereicherung und tut der jeweiligen Region gut. Großartig, dass nun auch die Münchner in den Genuss ihrer Werke kommen.“

Leibgerichte der (ehemaligen) Bundeskanzler

Martin Frühauf (kam mit Frau Tanja) tischte die Leiberichte der (ehemaligen) Kanzler/innen auf. „Kartoffelsuppe, die Angela Merkel gerne mag. Aber auch Helmut Kohls berühmten Pfälzer Saumagen“, zählte Frühauf auf. Er war zu Beginn seiner kulinarischen Karriere der Leibkoch von Helmut Kohl. „Mit 21 Jahren kam ich ans Bundeskanzleramt und habe nicht nur für Helmut Kohl, sondern auch für viele andere Politiker gekocht“, erzählte er.

Diese Vernissage hätte also bestimmt auch den Politikern geschmeckt.

Text: Andrea Vodermayr

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