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Corona wird unsere Welt verändern! Interview mit Stefanie zu Sayn-Wittgenstein

Seit der ersten Meldung über Corona verbreitet sich der Virus rasant. Meldungen zufolge hat sich das Virus auf dem Wege von China nach Europa verändert. Berichte über Mutationen stellen die Menschen und Wissenschaftler vor zusätzliche Herausforderungen und fördern zu allen Bildern und Berichten in den Medien Ängste in der Bevölkerung. Da niemand aktuell sicher ist, was wir in den nächsten Wochen zu erwarten haben, sind Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung der Infektionen geboten. Bis zum Ende der Osterferien hat das Land Bayern Großveranstaltungen untersagt. Staatliche Theater, Konzertsäle und Opernhäuser sind bis zum Ende der Osterferien (einschließlich 19.4. 2020) geschlossen. Wird die Virus-Sache dann erledigt sein? Stefanie zu Sayn-Wittgenstein sagt NEIN!

Stefanie zu Sayn-Wittgenstein zu Corona
Stefanie zu Sayn-Wittgenstein . Links auf dem Bild: Jetzt werden auch Fluggäste im Flieger nach Dubai auf Corona getestet.

Als Referentin der Münchner Stiftung ‚Care-for-Rare‘ Foundation (Dr. von Haunersches Kinderspital/Ludwig-Maximilians-Universität München) gehören seltene Krankheiten zu ihrem Arbeits-Alltag. Ein Interview gegen die Virus-Hysterie und Antworten, wie wir uns wirklich schützen können!

Warum macht uns gerade der Corona-Virus so viel Angst?

Stefanie zu Sayn-Wittgenstein: ‚Wir können den Corona-Virus nicht einschätzen. Die Infektion ist noch zu jung, um verlässliche Studienergebnisse vorzulegen. Angst machen uns die Bilder aus den Medien, übertriebene Artikel und überall der Hinweis, dass Schutzkleidung, Atemmasken und Desinfektionsmittel in den Apotheken oder Drogeriemärkten nicht mehr ausreichend verfügbar seien. Leider ist nach wie vor vielen Menschen unbekannt, wie sich eine Tröpcheninfektion ausbreitet! Das führt dazu, dass Menschen das Bedürfnis haben, sich mit Materialien einzudecken, die ihnen das Gefühl von Sicherheit geben. Schlimm ist aber, wenn das auf Kosten von wirklich kranken Menschen geschieht. Zum Beispiel, wenn Mundschutze, Schutzkleidung und Desinfektionsmittel aus den Spendern in Kliniken gestohlen werden.‘

Spielt die Jahreszeit den Corona-Viren in die Karten?

Stefanie zu Sayn-Wittgenstein: ‚Wir haben momentan die klassische Infektionszeit. Es ist dunkel, nass, kalt und regnerisch. Die HOCHzeit für Infektionen aller Art. Eine Phase, die immer prädestiniert dafür ist, dass Menschen krank werden und Infektionen leicht übertragen werden, dass sich viele Erreger in unserer Umgebung tummeln. Jetzt haben wir Corona ‚on top‘. Nach neusten Berichten ist das Virus allerdings Witterungsunabhängig. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Virus sich auch mit steigenden Temperaturen weiter ausbreiten wird. Aber erfahrungsgemäß ist unser menschliches Immunsystem bei Sonnenschein und bunter werdender Natur stärker, da die Psyche einen deutlichen Effekt auf die Stärke unseres Immunsystems hat.‘

Ist die Angst vor Corona damit unbegründet?

Stefanie zu Sayn-Wittgenstein: ‚Es ist eine ganz neue Infektion und diese ängstigt alle. Wir wissen nicht, was passiert denn wirklich. Tatsache ist, dass Corona-Viren einen Großteil unserer ohnehin schon vorhandenen grippalen Infekte ausmachen. Aber drei dieser Coronaviren sind aggressiv geworden. Das war die Pandemie mit SARS 2007 und MERS in Saudi-Arabien vor drei Jahren. Nun haben wir Covid 19, ebenfalls ein Erreger aus der Gruppe der Coronaviren.‘

 Welche Krankheiten löst Corona 2020-Covid 19 aus?

Stefanie zu Sayn-Wittgenstein: ‚Corona ist ein Virus, welcher in erster Linie Atemwegs-Erkrankungen hervorruft. Die gefürchtete Komplikation ist eine schwerwiegende Lungenentzündung. Zum Glück, kommt diese Komplikation aktuell bei uns in Deutschland noch sehr selten vor. Dennoch sollten Menschen mit reduziertem Immunsystem, z.B. über 60 oder mit Vorerkrankungen die aktuellen Hygienemaßnahmen und Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes sehr ernst nehmen.‘

Kann der momentane Virus uns noch im Herbst Probleme bereiten?

Stefanie zu Sayn-Wittgenstein: ‚Dieser Virus wird nun zu unseren Erregern in unserer Umwelt gehören. Die Wissenschaftler gehen davon aus, das mit 70% Infizierten zu rechnen ist. Unser Immunsystem wird Antikörper gegen den Virus ausbilden und wir werden wie nach jeder Infektion einen eigenen Immunschutz aufbauen. Folglich wird die Infektion weniger bedrohlich sein, dass der Infektionsschutz steigen wird und damit auch die Übertragungsrate. Hilfreich wäre allerdings, wenn er sich langsamer ausbreitet als bisher. Das gibt uns allen einfach Zeit. Da es sich um eine neue Infektion handelt, die wir noch gar nicht kennen, wissen wir nicht was im Herbst 2020 sein wird.

Reagieren wir jetzt alle über, dass Events abgesagt werden als Vorsorge?

Stefanie zu Sayn-Wittgenstein: ‚Nachdem wir nicht wissen, wie sich dieses Virus verhalten wird, ist es meines Erachtens berechtigt, große Menschen-Ansammlungen aktuell zu meiden und ich glaube auch, dass Menschen mit einem schwachen Immunsystem sich möglichst wenig großen Menschen-Massen aussetzten sollten, weil die Übertragungsrate einfach zu hoch ist.

Folgende Wahrscheinlichkeit besteht:

In einer Gruppe von 10 Menschen wird sich ein Mensch an der Infektion anstecken, wenn im Umkreis von 2 Metern eine infizierte Person niesen muss und die Tröpfchen dieses Niesers auf die Schleimhaut eines anderen Menschen trifft, z.B. Augenschleimhaut oder  Mundschleimhaut.‘

Welche Tipps geben Sie, wenn man auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist?

Stefanie zu Sayn-Wittgenstein: ‚Den Ratschlag oder die Bitte an Menschen mit grippalen Symptomen: BITTE NIESE ODER HUSTE KEINE ANDEREN MENSCHEN AN!

Es geht um die Eigenverantwortung, wenn man einen Schnupfen oder einen Husten hat oder sich nicht wohl fühlt, sollte man andere Menschen nicht in Gefahr bringen.

Man muss ja nicht gleich Corona haben, aber aus Rücksicht anderen Menschen gegenüber sollte man die geltende Hygiene-Etikette einhalten! Nicht erst seit Corona! Auch die Influenza ist eine lebensbedrohliche Erkrankung!

Wenn man niesen muss, niest man zum Beispiel in die Armbeuge oder man wendet sich von gegenüberstehenden Personen ab. Wenn ich einen Schnupfen habe, schnäuzte ich in ein Papiertaschentuch und entsorge dieses selber in einen Mülleimer. Außerdem gibt man niemanden die Hand ohne vorher Hände gewaschen zu haben, wenn man seine Nase gerade geputzt hat oder genossen oder gehustet hat. Ebenso sollte man auch vermeiden Türklinken, Geräte usw. anzufassen bevor man sich die Hände gewaschen hat.‘

Man sieht auf einmal viele Leute mit Mundschutz – Hilft das überhaupt bei Viren?

Stefanie zu Sayn-Wittgenstein: ‚Der normale Mundschutz bringt dem kerngesunden Menschen überhaupt nichts und bewirkt sogar das Gegenteil. Denn wenn der Mundschutz durch die eigene Atemluft feucht wird, kreiert man einen Bakterienherd und Viren können noch schneller in den Körper eindringen! Ein Mundschutz ist hilfreich, wenn man andere Personen schützen möchte. Z.B. wenn man einen grippalen Infekt hat und nicht zu Hause bleiben kann. Oder mit der Pflege von immunreduzierten Personen betreut ist. Bei uns in der Klinik ist es wichtig einen Mundschutz zu tragen, wenn man in ein Zimmer eines Patienten tritt, der nach einer Knochenmarkstransplantation oder durch eine andere Erkrankung geschwächt ist.‘

Händewaschen ist sehr wichtig! Geben Sie uns ein Update: Sind Desinfektionsmittel notwendig? Welche Seife ist richtig? Ist die Creme danach wirklich notwendig?

Stefanie zu Sayn-WittgensteinHändewaschen ist immer wichtig! Wenn man von draußen reinkommt, sollte man immer Händewaschen! Insbesondere nach dem Aufenthalt in öffentlichen Räumen. Zum Beispiel Geländer, Türklinken oder Haltegriffe an Rolltreppen sind bekannt dafür, das sich dort besonders viele Erreger tummeln. Jede Seife beinhaltet desinfizierende Inhaltsstoffe, die ausreichen um Infektionen zu reduzieren, aber sie muss richtig benutzt werden! Desinfektionsmittel sind auch in überschaubarem Rahmen eine sinnvolle Hilfe, bei zu häufigem Einsatz allerdings werden Erreger auch resistent. So sollte man Desinfektionsmittel wirklich nur im Ernstfall nutzen. Zum Beispiel beim Besuch eines immunsupprimierten Patienten oder einem Neugeborenen, oder wenn man gerade keinen Wasserhahn oder Seife zu Verfügung hat.‘

 SO WÄSCHT MAN SEINE HÄNDE RICHTIG!

‚Bevor ich meine Hände mit Wasser wasche reibe ich diese 30 Sekunden mit der Seife ausgiebig ein. Alleine die Fingerkuppen und Nägel einzuseifen dauert einige Sekunden, aber unter den Nägeln setzen sich gern Bakterien fest. Mit Wasser gut abspülen und fertig.

Um die Haut vor Trockenheit zu schützen und die Hautflora im Gleichgewicht zu halten, sollte man auch darauf achten, dass die Haut der Hände nicht zu trocken wird. Hier helfen Haut-oder Handcremen auf natürlicher Basis oder auch einfach Olivenöl. Erreger haben bei einem perfekten pH-Wert (4,7 und 5,75) keine Möglichkeiten, in die Haut einzudringen, da die natürliche Schutzbarriere intakt ist. Die Wassertemperatur ist beim Händewaschen nebensächlich – egal ob kalt oder warm – das Wichtigste ist die Seife!‘

Welche SOS-Tipps empfehlen Sie, wenn man auf Geschäftspartner oder Freunde trifft?

Stefanie zu Sayn-Wittgenstein: ‚Momentan am besten wirklich keine Hände schütteln. Einen Sicherheitsabstand von 1,50 bis 2 Meter einhalten, besonders wenn der Gegenüber grippale Symptome zeigt. Aber das neue und auch alte A und O des Infektionsschutzes ist bewusstes Händewaschen! Erst nach 20 bis 30 Sekunden haben die desinfizierenden Substanzen der Seife ihr Wirkungsspektrum erreicht!‘

Wie stärkt man sein Immunsystem richtig?

Stefanie zu Sayn-Wittgenstein: ‚Gerade wegen der vorherrschenden Influenza-Welle sollte man sein Immunsystem stärken! Meine Tipps:

  1. kalt duschen
  2. viel bewegen an frischer Luft
  3. eine ausgewogene Ernährung, zuckerarm und vitaminreich!
  4. Möglichst wenig mit den Händen ins Gesicht fassen! Infektionserreger haben einen leichteren Zugang über die Augen, Mund und Nasenschleimhaut in den Körper.
  5. Sehr wichtig: Spürt man bei sich selber erste Anzeichen einer Infektion bitte einfach zu Hause bleiben, um andere Menschen zu schützen.
  6. Wenn man Symptome eines grippalen Infektes hat, ist es wichtig, nicht gleich zum Arzt zu rennen, sondern sich erst telefonisch melden, sonst wird unser Gesundheitssystem überfordert.
  7. Spätestens wenn zu den grippalen Symptomen Atemnot und Fieber hinzukommen, bitte dringend mit dem Hausarzt in telefonischen Kontakt treten!
  8. Bitte lasst Euch nicht durch Berichte in den Medien verunsichern, gleicht diese mit seriösen Informationsstellen ab!
  9. Holt Euch Eure Informationen von seriösen Stellen, wie Robert-Koch-Institut, WHO oder Gesundheitsamt!

SO HILFT MÜNCHEN

Wenn Sie erfahren, dass sich eine Person mit dem Coronavirus infiziert hat, mit der Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Kontakt standen, melden Sie sich bitte – unabhängig vom Auftreten von Symptomen – umgehend unter der E-Mail-Adresse rgu.infektionsschutz@muenchen.de oder der Telefonnummer 089-233-44740, die täglich – auch am Wochenende – von 8 bis 18 Uhr erreichbar ist.

CORONA HOTLINE

Für mehr Fragen zu Corona hat das Land Bayern eine Hotline eingerichtet, welche unter folgender Nummer immer erreichbar ist 09131-6808-5101

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