Freitag , Dezember 4 2020
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Starnberg wird schöner: Unternehmerfamilie Houdek verbindet das Moos mit dem See

Es ist nicht das erste mal, dass die Unternehmerfamilie Houdek Starnberg verändert. 1962 baute die Unternehmerfamilie mitten ins Moos ihr Firmengelände. Damals bahnbrechend für Starnberg. Jetzt gab die Politik ‚grünes Licht‘ für die neue Vision von Robert und Rudolf Houdek. Ein vielfältiges und qualitätsvolles Quartier namens moosaik mit zeitgemäßen Arbeitsplätzen, bezahlbaren Wohnungen und öffentlichen Einrichtungen für ein vielfältiges Freizeitangebot! Dafür gründete Familie Houdek bereits im Dezember 2018 eine Interessensgemeinschaft der Grundstückseigentümer. Inzwischen wirken vier Starnberger Unternehmerfamilien an dem Projekt mit. Auf einer Fläche von rund 30.000 qm wird bis 2028 das Quartier Starnberg ein neues Gesicht geben, denn die Ortseinfahrt ist alles andere als repräsentativ!

Rudolf (li.) und Robert (re.) Houdek auf ihrem Firmengelände an der Moosstraße in Starnberg. Foto: Christine Dempf
Rudolf (li.) und Robert (re.) Houdek auf ihrem Firmengelände an der Moosstraße in Starnberg. Foto: Christine Dempf

Der Ortseingang prägt den Eindruck einer Stadt. In Starnberg wird man von einem Durcheinander in die Jahre gekommener Gewerbebauten empfangen. Nicht gerade einladend für einen Ort, welcher ein Image als Münchens exklusivster Vorort pflegt. Die exponierte Lage des neuen Bauprojektes am Ortseingang ermöglicht Starnberg die Chance für einen neuen Auftritt Starnbergs mit zeitgemäßer Architektur, die zur Region und ihren landschaftlichen Besonderheiten passt.

Konzept vom Quartier moosaik Ortseingang Starnberg

Die Lage am See spielt eine besondere Rolle in der Konzeption der Entwicklung. So soll eine Brücke für Fußgänger und Radler die viel befahrene Münchner Straße überspannen und eine direkte Verbindung zwischen dem neuen Quartier und dem Wasser schaffen.

Starnberg neues Quartier bekommt viel Holz und eine Brücke als direkte Verbindung zum See. Visualisierung: Kehrbaum Architekten
Starnbergs neues Quartier bekommt viel Holz und eine Brücke als direkte Verbindung zum See. Visualisierung: Kehrbaum Architekten

Das verbindende Quartier sieht vor, die bestehenden Gewerbebetriebe neu zu strukturieren und in ein zu erarbeitendes Flächenkonzept zu integrieren. Wenn möglich, sollen die Betriebe wieder in die Neubauten eingebunden werden, durchmischt mit innovativem Gewerbe und Handwerk und ergänzt mit Angeboten wie Hotel, Wohnungen und öffentlichen Einrichtungen. Die Lage an der Petersbrunner Straße ermöglicht die Entstehung eines neuen, sehr gut erschlossenen Quartiers, bei dem noch nicht alles entschieden und noch sehr viel möglich ist.

Wegweisende Quartier-Architektur

Klaus Kehrbaum kommt aus der Region und setzt seit über 30 Jahren Bauprojekte um. Das neue Quartier ist allerdings auch für ihn etwas ganz Besonderes. ‚Für moosaik – das verbindende Quartier ist ein stringenter städtebaulicher Entwurf mit sternförmiger Anordnung von Wegen und Plätzen angedacht. Das ermöglicht reizvolle Sichtachsen und die sinnvolle Weiterführung auf den angrenzenden Grundstücken. Das klare Konzept ermöglicht alle Überlegungen zur bestmöglichen Nutzungsanordnung der verschiedenen geplanten Bauelemente. Dabei ist es von großer Bedeutung, dass sich die Entwicklung des Areals mit der Entwicklung der gesamten Stadt Starnberg vereinbaren lässt.

Zudem wollen wir dem Wunsch der Menschen nach mehr Nachhaltigkeit gerecht werden. Energiesparende Baukonzepte, Energieeffizienz im netzneutralen Quartier, naturbelassene, ökologisch vertretbare Baumaterialien und langlebige Innenausstattungen müssen ebenso Basis der Planung sein wie ein durchdachtes, zukunftsorientiertes Energiekonzept. Das Baumaterial Holz sollte dabei eine entscheidende Rolle spielen.

Ebenso wie Grünflächen und Wasser als Gestaltungselemente, die eine hohe Aufenthaltsqualität für alle bieten, die hier arbeiten, wohnen oder ihre Freizeit verbringen wollen. Ein qualitativ hochwertiges Freiraumkonzept ist deshalb wichtiger Teil der Planung‘, erklärt Klaus Kehrbaum.

Stadtentwicklung Starnberg durch Familie Houdek

Seit drei Generationen lebt die Unternehmerfamilie Houdek in Starnberg. Als Starnberger fühlen sie sich ihrer Heimat eng verbunden. 1949 erreichte Firmengründer Rudolf Houdek Starnberg als Flüchtling. Aus dem Nichts baute er ein Unternehmen auf, das heute mit rund 125 Mio. Euro Jahresumsatz und rund 480 Mitarbeitern zu den Top 20 seiner Branche in Deutschland gehört. Inzwischen stellt der Familienbetrieb in der 3. Generation Wurstwaren her – bekannt insbesondere für Kabanos.

Pionierarbeit hat die Unternehmensgruppe in den vergangenen Jahren besonders im Bereich biologischer und regionaler Wurstprodukte geleistet. „Man kann nur wissen, wo man hinwill, wenn man weiß, wo man herkommt”, so Rudolf Houdek. Das Unternehmen Houdek war in den frühen 60er-Jahren einer der ersten Gewerbebetriebe, die sich im Starnberger Moos niederließen. Nun sehen Rudolf Houdek und Robert Houdek in ihrem Projekt moosaik – das verbindende Quartier ein wichtiges Aufgabenfeld, um einen Beitrag zu einer positiven und zukunftsfähigen Stadtentwicklung in Starnberg zu leisten.

So sah das Gelände Anfang der 70er-Jahre aus. Bereits damals bewies Familie Houdek Pioniergeist.
So sah das Gelände Anfang der 70er-Jahre aus. Bereits damals bewies Familie Houdek Pioniergeist.

Ein Stück Heimat selbst gestalten

Dass nun Starnberger selbst die Zukunft dieses Grundstücks gestalten, ist ein Glücksfall: Nach dem Umzug der Produktion ins oberfränkische Arzberg sollten ursprünglich internationale Investoren das Gelände übernehmen. Die Kaufverträge lagen bereits zur Unterschrift auf dem Tisch. Womit die Interessenten nicht gerechnet hatten: dem Heimatgefühl von Rudolf Houdek. Gemeinsam mit seinem Cousin Robert Houdek stieg der Enkel des Firmengründers in den Bieterprozess ein – und setzte sich durch.

Denn für die beiden ist das Firmen-Gelände mehr als eine Geldanlage: „Als der mögliche Verkauf konkreter wurde, fuhr ich eines Abends an unserem Grundstück vorbei. Hier wurde mir klar, dass wir den Boden, dem wir so viel zu verdanken haben, für die Familie erhalten und wertschätzend weiterentwickeln sollten. Wir wünschen uns eine sinnhafte Entwicklung mit Augenmaß, die zu Starnberg passt”, begründet Rudolf Houdek die Entscheidung, das Areal als Bestandshalter zu entwickeln.

Für 2022 ist der Baubeginn und ca. 2025 bis 2028 ist die Fertigstellung des Quartiers geplant. Für Transparenz soll ein Web-Blog tagesaktuell die Entwicklung begleiten. Auch über Social Media wie Facebook will man bald über Neuigkeiten und Veranstaltungen informieren.

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