Dienstag , Januar 25 2022
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Münchner Tierheime mit immer mehr nicht vermittelbaren Tieren

Die Corona-Pandemie hat vieles im Alltag der Menschen verändert. Durch Lockdowns, Kontaktbeschränkungen und Homeoffice waren viele dazu gezwungen sowohl ihre Freizeit als auch ihre Arbeitszeit zu Hause zu verbringen. Während es für einige Singles und Familien eine Erleichterung war, dass sie sich den Arbeitsweg sparen konnten und nun mehr Flexibilität und freie Zeit zur Verfügung hatten, begannen andere sich abgeschottet von der Außenwelt und einsam zu fühlen. Diese und weitere Gründe waren vermutlich die Auslöser dafür, dass sich viele Menschen im Laufe des letzten Jahres Haustiere zulegten

Immer mehr Haustiere ohne Herrchen
Immer mehr Haustiere ohne Herrchen. Photo by Markus Winkler on Unsplash

Inzwischen kehrt die Normalität langsam wieder zurück in den Alltag. Die Arbeit findet vielerorts wieder direkt im Unternehmen statt. Treffen mit Freunden, Kollegen und Familie holen viele nach und der nächste Urlaub wartet auch schon um die Ecke. Doch wo bleibt in dieser Zeit eigentlich der Welpe, der noch nicht alleine zu Hause bleiben kann und wer kümmert sich um die Katze, wenn alle im Urlaub sind? Mit diesen und vielen weiteren Problemen sehen sich neue Tierhalter plötzlich konfrontiert, denn die meisten von ihnen haben beim Kauf ihres Haustieres nicht mit derartigen Situationen gerechnet. Die Folgen davon sind Überforderung und Unzufriedenheit, die auf das Tier abgewälzt wird. 

Immer mehr Zugänge im Münchner Tierheim 

Somit entscheiden sich viele Personen dafür ihre Tiere wieder abzugeben und bringen sie direkt zum nächsten Tierheim. Seit der Pandemie treten Fälle wie diese jedoch mit erschreckender Häufigkeit auf. Die traurige Realität: viele Tierauffangstationen und -heime sind unterdessen überfüllt. So auch das Münchner Tierheim, das inzwischen an die 8.000 Tiere versorgen muss. Besonders häufig werden aktuell untrainierte Hunde abgegeben, die weder sozialisiert noch erzogen und daher schwer vermittelbar sind. Aus diesem Grund musste das Heim im letzten Jahr ein Drittel mehr Kosten für die Resozialisierung von Hunden aufwenden als noch in 2019. 

“Viele Personen, die sich einen Hund zulegen, haben weder Vorerfahrungen mit der Haltung von Tieren noch sind sie sich den Kosten und dem zeitlichen Aufwand bewusst, die so ein Tier mit sich bringt. Hunde sind Rudeltiere, weshalb es ausgesprochen wichtig ist, sie durch den Kontakt zu anderen Hunden zu sozialisieren. Da neue Hundehalter jedoch oft noch unsicher und ängstlich sind, wenn sie anderen Hunden auf der Straße begegnen, übertragen sie ihre eigene Unsicherheit auf ihr Tier, sodass es anderen gegenüber abwehrend oder aggressiv gegenübertreten kann. 

Haustiere jetzt bei Tinder

Dies führt wiederum dazu, dass die Halter ihre Hunde vollständig von anderen Artgenossen isolieren, um gefährlichen Situationen aus dem Weg zu gehen. Doch dieser ist genau der falsche Weg, weshalb es zu Beginn immer ratsam ist eine professionelle Hundeschule zu besuchen. Da die Hundeschulen im Zuge der Pandemie jedoch auch geschlossen waren, wurde viele Hunde gar nicht oder völlig falsch erzogen und werden nun traurigerweise als schwer vermittelbare Tiere in den Tierheimen abgegeben”, berichtet Hundetrainer und Haustierexperte Matthias Sommer von petmeister.de

Doch das Münchner Tierheim hat inzwischen einen ganz besonderen Weg gefunden, um die Tiere zu vermitteln. Nachdem sich auf die Anzeigen über die interne Website des Vereins kaum Interessenten gemeldet hatten, hatten die Tierpfleger die Idee, einige Tiere über die Dating-App Tinder zu vermitteln. Obwohl damit niemand mehr gerechnet hatte, meldeten sich bereits nach wenigen Tagen mehrere Interessenten. Diese konnten unter anderem einigen Katzen und Hunden, nach einem persönlichen Gespräch und eingehender Prüfung durch die Pfleger, inzwischen ein neues zu Hause schenken. 

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