Was früher nur „Bahnhofsviertel“ hieß, wird jetzt neu gedacht – und neu benannt: Central Quartier München. Hinter dem neuen Namen steckt mehr als ein Imagewechsel. Es geht um Haltung, Wandel und einen Perspektivwechsel in einem Stadtteil, der längst mehr ist als Durchgangszone. Derzeit hält die Dauer-Baustelle allerdings noch an. Mit der vollständigen Fertigstellung können wir wahrscheinlich erst frühestens Mitte der 2030er Jahre rechnen.

Das Viertel rund um den Münchner Hauptbahnhof steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Mit dem Umbau des Hauptbahnhofs zu einem der modernsten Bahnhöfe der Welt und der zweiten S-Bahn-Stammstrecke wird sich das tägliche Fahrgastaufkommen in den kommenden Jahren nahezu verdoppeln. Damit steigt es von heute rund 450.000 auf künftig bis zu 850.000 Fahrgäste pro Tag.
Ein Viertel mit Vergangenheit – und Ambition
Inspiriert von der Geschichte rund um den einstigen Centralbahnhof, sieht sich das Central Quartier heute als Drehscheibe für urbane Dynamik. Hotels, Design-Häuser, Gastronomie, Büros – was bisher nebeneinander existierte, soll nun zusammenwirken: als Quartier mit Identität. „Mittendrin“, „offen“, „international“ – das sind die Begriffe, die das neue Selbstverständnis definieren.
Kuratiertes Leben statt Klischee-Kulisse
Das Bahnhofsviertel galt lange als Ort der Extreme. Jetzt soll es zu einem Raum werden, der nicht nur funktioniert, sondern inspiriert. Mit dem Central Quartier entsteht ein urbanes Setting, das für Menschen gemacht ist, die Stadt anders nutzen: schneller, vernetzter, vielfältiger. Kreative Räume, temporäre Pop-ups, durchdachte Fassadenbegrünung, neue Mobilitätsachsen – es geht nicht um Fassadenkosmetik, sondern um urbane Qualität.

Ein Name, der mehr ist als ein Schild
Die Entscheidung für den Begriff „Central Quartier“ fiel nach über 600 Bürgervorschlägen und einem mehrstufigen Juryprozess. Für die Redaktion von Exklusiv München ist klar: Die eigentliche Geschichte beginnt erst jetzt. Denn ein Name ist nur dann stark, wenn ihm auch echte Inhalte folgen – kuratierte Aufenthaltsqualität, kulturelle Räume, urbane Leichtigkeit.
Ausblick: Wer das Viertel jetzt prägt
Ob das Central Quartier wirklich zur neuen Adresse für Münchens Zukunft wird, hängt davon ab, wer es mitgestaltet. Internationale Unternehmen siedeln sich bereits an. Genau diese Zukunftsfähigkeit stand jedoch auch im Zentrum des Namensfindungsprozesses, den die Initiative „Zukunft Bahnhofsviertel“ gemeinsam mit Vertreter*innen der Stadtgesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft angestoßen hat.
Begleitet wurde der Beteiligungsprozess durch die Kampagne „Name it – Claim it“. Vom 12. September bis 17. Oktober 2025 haben Münchner*innen über 600 Namensvorschläge eingereicht: von „Münchner Herz“ über „St. Paulsviertel“ bis „München Mitte“. In die engere Auswahl kamen mehrere Namen, darunter „Münchner Herz“, „München Mitte“ und „Central Quartier“.


