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Bauschäden nehmen dramatisch zu: Bauherren-Schutzbund schlägt Alarm

Berlin, November 2018. Die Anzahl der Bauschäden beim Neubau von Wohngebäuden haben seit dem Eintreten des Baubooms um 89 Prozent zugenommen. Durchschnittlich sind die Bauschadenkosten von 49.000 Euro in 2006/2008 auf aktuell knapp 84.000 Euro gestiegen. Zu diesen Ergebnissen gelangt der neue Bauschadenbericht 2018 des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB). Verantwortlich für die alarmierenden Zahlen sind vor allem die hohe Marktauslastung, der Fachkräftemangel und eine unzureichende Planung.

Um über 80 Prozent sind Bauschäden gestiegen.
Bauschäden sind dieses Jahr auf über 80 Prozent gestiegen!

Deutlicher Trend erkennbar

„Der Bauschadenbericht spiegelt wider, was unsere Bauherrenberater täglich auf der Baustelle erleben“, sagt BSB-Geschäftsführer Florian Becker. Seit 2009 sei ein kontinuierlicher Anstieg der auftretenden Bauschäden zu beobachten. Die Studie zeigt: Besonders mangelbehaftet sind Dächer, Decken, Fußböden und Wände sowie die Haustechnik. Eindringende Feuchtigkeit, die nicht vorschriftsmäßige Ausführung, Maßfehler, Risse und falsche Abdichtung sind die vorherrschenden Schadensbilder.

Branche überlastet

Schuld an der aktuellen Situation sei laut Becker vor allem die hohe Marktauslastung und der Fachkräftemangel. „Bauen wird durch höhere gesetzliche Anforderungen und komplexere Bauteile immer komplizierter. Dadurch steigt auch die Fehleranfälligkeit bei der Planung und Bauausführung.“ Häufig seien die Unternehmen überlastet. Der Termindruck bei der Fertigstellung durch die hohe Auftragslage und fehlendes qualifiziertes Personal setzen ihnen zu.

Bauherren müssen selbst aktiv werden

Damit kleine Baufehler nicht folgeschwere Schäden nach sich ziehen, müssen Bauherren selbst aktiv werden: „Kurzfristig kann der Verbraucher teuren Bauschäden nur mit einer baubegleitenden Qualitätskontrolle vorbeugen“, rät Becker. Der Bausachverständige kontrolliert die vertragsgerechte Bauausführung und erkennt Mängel, wenn sie entstehen. Langfristig nimmt Becker die Branche in die Pflicht: „Die Unternehmen müssen deutlich mehr in die Qualifikation ihrer Mitarbeiter investieren und Fachplaner hinzuziehen.“

Studienergebnisse repräsentativ

Die Analyse der Entwicklung der Bauschäden und der Bauschadenskosten 2018 wurde vom Institut für Bauforschung e.V., Hannover im Auftrag des Bauherren-Schutzbund e.V. erstellt. Hierbei wurden Versicherungsfälle der AIA AG ausgewertet. Die Ergebnisse übertreffen die Prognosen einer vorangegangenen Untersuchung aus 2015 deutlich. Damit können diese als repräsentativ für die Branche betrachtet werden.

Bauschäden durch unsachgemäße Aufstellung von LWP
Nicht alle Luftwärmenpumpen erzeugen Infraschall. Aber meistens passen sie auch nicht in das schöne Natur-Bild, mit welchen sich Bayern gern weltweit präsentiert! Für diese Pumpe empfiehlt das Bayerische Umweltministerium einen Schutzabstand von ca. 12 Metern zum Nachbarn. Ohne Worte!

LESETIPP: Eine weiteres Problem ist der Einsatz störender Luftwärmepumpen. Ein Bauunternehmer aus dem bayerischen Parsberg hat ohne Genehmigung seitens der Lokalbaukommission München drei Luftwärmepumpen zwischen vier eng stehenden Einfamilienhäusern verbaut. Eine davon ist erst im Betrieb, welche statt versprochene 3 x 20 Minuten oft 18 Stunden am Stück läuft! Allerdings ist das Brummen nicht das Problem, sondern die tieffrequenten Geräusche inklusive Infraschall.

Deshalb sollte man im Vorfeld bei der Anschaffung einer Wärmepumpe unbedingt prüfen, wie weit sie von Gebäuden aufgestellt werden sollte. Das Bayerische Umweltministerium hat einen tollen Leitfaden veröffentlicht, an welchen sich kaum ein Bauunternehmen orientiert!

Grafik Bauschäden 2016

Mängelursachen bei Neubauten sind erschreckend: Gemeinsame Expertenbefragung des Bauherren Schutzbundes e.V. und des Institutes für Bauforschung Hannover, 2016
Mängelursachen bei Neubauten sind erschreckend: Gemeinsame Expertenbefragung des Bauherren Schutzbundes e.V. und des Institutes für Bauforschung Hannover, 2016

EMPFEHLUNG: Wer baut, sollte für Gutachter Baubegleitung unbedingt 1 Prozent des Kaufpreises mit dazu kalkulieren.

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