Sonntag , Oktober 25 2020
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Wie Corona unser Leben in München verändert hat

Die weltweite Corona-Krise mit quasi Quarantäne und Lockdown hat seit März auch die bayerische Landeshauptstadt und ihre Menschen entscheidend verändert. Und die Pandemie beherrscht unverändert Alltag, Leben, Wirtschaft und Kultur – das Virus ist immer noch da. Und zusätzlich zeigen sich jetzt die dramatischen Folgen für das ganze Leben der Menschen und die verheerenden Auswirkungen auf die Wirtschaft und Arbeitsplätze in München und dem Rest der Welt.

Quarantäne und Lockdown ließen München still stehen. Das Bild zeigt den Marienplatz lang nach dem Lockdown. Langsam kommen die Touristen wieder zurück!
Quarantäne und Lockdown ließen München still stehen. Das Bild zeigt den Marienplatz lang nach dem Lockdown. Langsam kommen die Touristen wieder zurück!

Das pulsierende Leben der bayerischen Metropole stand jäh still als der Lockdown kann und die Menschen praktisch zuhause in Quarantäne mussten – bis auf essenzielle Ausnahmen. Das Home Office bestimmte plötzlich ab März das Leben. Viele Eltern waren zusätzlich durch die Schließung von Kitas und Schulen gezwungen, zusätzlich die Kinder selbst zu Hause zu betreuen und zu unterrichten oder beim Homeschooling zu unterstützen. Das hat einerseits für eine völlig neue Bedeutung der gemeinsamen Familienzeit auch in München gesorgt.

Homeoffice und Quarantäne

Anderseits traten gerade nach ein paar Wochen erhebliche Probleme in vielen Haushalten auf. Um so dankbarer wurden die Öffnungsschritte und Lockerungen angenommen, die aber leider auch zu einer nachlassenden Vorsicht führten. Auf die rasche Verbreitung des Coronavirus zu Beginn des März folgten schnell umfassende Maßnahmen der Behörden mit Kontaktsperren und Schließung von Geschäften, Schulen, Spielbanken und Vergnügungsparks. Homeoffice und Quarantäne zuhause stellten die Menschen vor existentiell neue Herausforderungen wie ihren Alltag von null auf Gleich neu zu strukturieren und zu leben. Nachfolgende Infografik zeigt dieses sehr eindrücklich:

Infografik über Freizeittrends während der Corona-Isolation
Für die ganze Infografik das Vorschaubild klicken!

Wirtschaft vor der größten Krise nach dem Krieg

Jetzt zeigen sich die dramatischen Folgen der Corona-Krise für die Wirtschaft. Millionen Arbeitsplätze stehen vor dem Aus genauso wie vielen Betrieben die Insolvenz droht. In München zeigt sich das auch wie an vielen anderen Orten in der Kultur und Gastronomie verheerend. So hat einer der Traditionswirte der Wiesn, dessen Familie seit 1901 auf dem Oktoberfest nicht wegzudenken ist, seine Bewerbung für die nächste Wiesn 2021 zurückgezogen. Das traditionsreiche Fest, das München in aller Welt bekannt gemacht hat, ist für 2020 natürlich abgesagt worden. Aber der Wirt der Bräurosl glaubt auch nicht an eine Wiesn in 2021.

Und selbst große Traditionsfirmen des Handels wie Karstadt stehen vor dem Aus. Gewinner der Krise sind natürlich auch in Bayern und München die Global-Player im Versandhandel wie Amazon und Co. Für den Münchener Flughafen ist der Ausfall durch Corona eine absolute Katastrophe. Der Flugverkehr mit Passagieren ist quasi auf null zusammengebrochen. Und ob eine Erholung zeitnah möglich ist, ist zweifelhaft.

Vor 2023 wird auf keinen Fall an die alten Zahlen angeknüpft werden können. Auch das Erscheinungsbild der Innenstädte könnte durch viele Insolvenzen und Geschäftsaufgaben von kleinen Einzelhändlern oder sogar großen Ketten nachhaltig veröden. Das bedeutet natürlich auch einen massiven Verlust von Arbeitsplätzen, der kaum auszugleichen ist. Und die Gastronomie ist ein großer Arbeitgeber in München und wird massive Einbußen haben – jetzt und in der näheren Zukunft.

Kultur und Wirtschaft verheerend getroffen

Aber auch uralte kulturelle Errungenschaften gehen mit Corona unter. Das ist natürlich auch in München schmerzlich zu spüren. München und Bayern waren vom Infektionsgeschehen besonders betroffen, was auch mit der Nähe zum Hotspot Italien und Ischgl zu tun hat. Es hat zwar auch in München Lockerungen gegeben. Aber die warnenden Zeichen aus der Nachbarschaft, Italien und die erneute Einführung der Maskenpflicht in der Schweiz sowie in Oberösterreich und Kärnten zeigt, dass nichts mehr so ist wie früher. Und die Superspreader-Ereignisse in Nachtclubs in Zürich lassen auch für die Zukunft der Münchner Club- und Diskothekenszene nichts Gutes ahnen. So ist eine fragile Situation entstanden, die auch für Kultur und Nachtleben keine sichere Perspektive eröffnet. Insbesondere ist kein Zeitfenster abzusehen, in dem eine Rückkehr zur alten Normalität möglich erscheint.

Fazit – eine gute Nachricht – die Luft ist besser

Hat der Lockdown auch in München wie überall verheerende Auswirkungen auf Mensch und Wirtschaft – die Luftqualität hat sich messbar verbessert, weil der Verkehr in der Lockdown- und Quarantäne Phase natürlich erheblich zurückgegangen ist. Es gibt dazu bereits erste wissenschaftliche Studien, die dieses gesichert belegen. Man konnte in München beispielsweise auch in der sonst hektischen Großstadt sogar tagsüber die Vögel singen hören, was eher unnatürlich als natürlich erschien. Ein schlechte Nachricht ist die Corona-Krise mit allen ihren Folgen aber natürlich auch für den Wohnungsmarkt. München gehört sowieso schon zu den teuersten Städten, was den umkämpften Wohnungsmarkt und die bezahlbaren Mieten angeht. Wenn jetzt viele Menschen arbeitslos werden oder nur Kurzarbeitergeld bekommen, drohen auch nach Ende der Schutzmaßnahmen mehr Zwangsräumungen und Verlust der Wohnung. Keiner weiß, wo die dann benötigten kleineren bezahlbaren Wohnungen herkommen sollen.

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