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Gipfeltreffen der Kunstszene: 10 Jahre Kunstmesse Highlights

In bester Jubiläumsstimmung fand gestern Abend die Vernissage der 10. HIGHLIGHTS – Internationale Kunstmesse München statt. Das hochkarätige Angebot der international renommierten Aussteller, aber auch das elegante Flair begeisterte Sammler und Museumskuratoren aus Deutschland und Europa. Die HIGHLIGHTS, die von einem Kreis weltweit agierender Händler initiiert wurde, hat sich nicht nur als gesellschaftlicher Event etabliert. Sie gilt auch im 10. Jahr ihres Bestehens als anspruchsvollste und eleganteste Messe im deutschsprachigen Raum. In der Branche geniesst die Messe längst das Ansehen einer verkaufsstarken und unverwechselbaren Marke.

Vernissage der Highlights Internationale Kunstmesse München (v.l.n.r.): Dr. Wolfgang Heubisch, Juana Schwan, Präsident Bernd Schreiber mit Dr. Alexander Kunkel. Fotocredit: Markus Kehl
Vernissage der Highlights Internationale Kunstmesse München (v.l.n.r.): Dr. Wolfgang Heubisch, Juana Schwan CEO Highlights, Bernd Schreiber (Präsident der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung) mit Dr. Alexander Kunkel. Fotocredit: Markus Kehl

Thomas Girst, Leiter des BMW-Kulturmanagements, fasste seine Glückwünsche zum Jubiläum in einen kurzen Satz: „München kann Kunstmesse.“ Die Bedeutung der HIGHLIGHTS als wichtigste Verkaufsschau des Kunstmarktstandortes Deutschland aus internationaler Perspektive spiegelt nicht zuletzt die Teilnahme der Genfer Galerie de Jonckheere, eines Altmeisterspezialisten von Weltrang, wider.

Bereits während der Eröffnung wechselten zahlreiche Kunstwerke ihre Besitzer. Große Resonanz erfuhr das Angebot des Möbel- und Kunstkammerspezialisten Peter Mühlbauer. Ein Sammler aus Italien erwarb bei ihm für eine mittlere sechsstellige Summe die um 1690 entstandene Elfenbeinfigur „Neptun raubt Amphitrite“ des gefeierten Wiener Elfenbeinschnitzers Matthias Steinl.

Wichtigste Verkaufsschau Deutschlands

Und das Diözesan-Museum Freising entschied sich für eine geschnitzte Skulptur des Heiligen Christophorus, die wohl um 1520 in Passau entstand und einen Preis im mittleren fünfstelligen Bereich hatte. Auch der Kunsthandel Langeloh Porcelain, der in diesem Jahr sein 100jähriges Bestehen begeht, zog mit außergewöhnlichen Stücken wie einem Meissner Teller aus dem Krönungsservice August des Starken und mit der charmanten, 1760 in Nymphenburg hergestellten Figur der Isabella aus der Commedia-dellArte-Serie von Franz Anton Bustelli zahlreiche Interessierte an.

Mit einem roten Verkaufspunkt versehen war bereits kurz nach der Eröffnung eine Meissner Tabatiere von 1730/35 mit chinoiser Bemalung, deren Preis bei 45.000 Euro lag. Große Beachtung fand beim Zeichnungsspezialisten Dr. Moeller & Cie eine kleine Sonderschau mit 14 Skizzen Adolph Menzels, darunter die Darstellung eines langen Rocks mit hervorlugender Schuhspitze, die der Hamburger Händler als Vorstudie zu Menzels Gemälde „Piazza d´ Erbe in Verona“ von 1884 identifizieren konnte. Der Preis bewegt sich um die 30.000 Euro.

Teuerste Kunstwerk der Kunstmesse Highlights

Für einen ähnlichen Betrag wechselte bei Moeller gestern Abend ein Menzel-Blatt mit „Verschiedenen Studien einer aufblickenden Frau“ von 1892 den Besitzer. Ungebrochen ist das Interesse für die Kunst der Klassischen Moderne. Thole Rotermund Kunsthandel verkaufte einen “Große Meditation“ von Alexej von Jawlensky aus dem Jahr 1937 im sechsstelligen Eurobereich. Und aus seiner Kollektion von expressionistischen Künstlerpostkarten ging ein „Reiter zu Pferde“ von Erich Heckel für 58.000 Euro in Sammlerhände. Die Galerie von Salis konnte hingegen die Zeichnung „Couple sur un banc“ (1942) von Pablo Picasso reservieren.

Das bedeutendste Exponat des Händlers ist Alfred Sisleys impressionistisches Gemälde „Les chasseurs“ von 1873. Es ist mit 2 Millionen Euro zugleich das teuerste Kunstwerk der Messe. Zu sehen in der Sonder-Verkaufsschau „Orangerie“, mit der die HIGHLIGHTS im Jubiläumsjahr Initiatoren und Mitstreitern der ersten Jahre ihre Referenz erweist.

Stabiles Marktsegment

Ein wichtiges, stabiles Marktsegment ist schon lange die deutsche Nachkriegskunst. Bei Galerie Maulberger überzeugte eine meditative Form-Komposition „Ohne Titel“ von Fritz Winter. Das Gemälde von 1950 ging für eine fünfstellige Summe in eine deutsche Sammlung. In diesem Preissegment lagen auch mehrere Papierarbeiten des konstruktiv geometrisch arbeitenden DDR-Ausnahmekünstlers Hermann Glöckner. Die Galerie Florian Sundheimer reichte diese Kunstwerke bereits am Eröffnungsabend weiter.

Schnell entschlossen zeigte sich ein Sammler am Stand der Galerie bei der Albertina Zetter. Die große, stark abstrahierte Bronze „Figur II“ von Johannis Avramidis aus dem Jahr 1959 übernahm für einen Betrag im unteren sechsstelligen Bereich ein deutscher Sammler.

Noch bis Sonntag präsentieren 51 HIGHLIGHTS-Aussteller Kunstwerke von Museumsformat von der Gotik bis zur Gegenwart.

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