Montag , Mai 16 2022
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Ein Autounfall ist immer ärgerlich – wie verhalte ich mich richtig?

Jeder hat das selbst schon einmal erlebt: ein Moment der Unachtsamkeit beim Autofahren und schon ist der Autounfall passierte. Der Kopf voll von der Arbeit und dann mitten im Feierabendverkehr. Um einen herum lauter gestresste Verkehrsteilnehmer, die möglichst genauso schnell nach Hause wollen wie man selbst. Plötzlich springt dann die Ampel auf Orange. Man steigt voll auf die Bremse, doch das Fahrzeug hinter einem rechnet nicht mit dem abrupten Abbremsen. Der Auffahrunfall ist der Klassiker unter den Autounfällen. Statistisch gesehen beginnt jetzt der Streit mit dem Unfallgegner, welcher fest davon überzeugt ist, dass er überhaupt keine Schuld am Unfallgeschehen trägt.

Aber wie ist das nun in so einem Fall? Wer hat Recht und wer trägt die Kosten für den Unfallschaden? Und welche Rollen spielen Gutachter und Versicherung dabei?

Zunächst einmal ist es wichtig die Ruhe zu bewahren. Auch wenn der Unfallgegner emotional oder sogar beleidigend wird. In der Regel sollte die Polizei hinzugerufen werden, die den Unfallhergang vor Ort aufnimmt. Diese stellt dabei keine Schuld fest. Auch wenn der Unfallort nicht verlassen werden sollte, so ist es doch oft notwendig, etwa die Kreuzung zu räumen, um den übrigen Verkehrsfluss nicht unnötig zu behindern. Stressreduktion inklusive. Doch wie kann nun der Unfallhergang später noch nachvollzogen werden und die für die Versicherung doch so wichtige Schuldfrage geklärt werden, wenn das Szenario nicht mehr ersichtlich ist und nur noch die Aussagen gegnerischer Unfallparteien im Raum stehen?

Manchmal weicht man intuitiv aus, um vielleicht keinen Hund zu überfahren. Die Schuldfrage bei einem Autounfall sollte nie unterschätzt werden.
Manchmal weicht man intuitiv aus, um vielleicht keinen Hund zu überfahren. Die Schuldfrage bei einem Autounfall ist nie eindeutig. Fotocredit: EM

Hilfe bei komplexen Unfallszenarien

Hier kommt ein KFZ-Gutachter ins Spiel, der zum Beispiel bei komplexen Unfallszenarien anhand der Schäden oder Lackspuren nachstellt, wie der Unfall zustande gekommen sein muss. So werden die beteiligten Unfallparteien entlastet. Außerdem können diese anhand ihres eigenen Unfallberichts alles der Versicherung einreichen und dort ihren Antrag auf Schadenregulierung zu stellen.

Die KFZ-Haftpflichtversicherung tritt dabei für die Schäden am jeweils anderen Unfallteilnehmer ein, die Kasko übernimmt Schäden am eigenen Fahrzeug, sofern diese nicht durch die gegnerische Versicherung übernommen werden. Genau deshalb ist es wichtig den Unfallhergang genau abzuklären.

Wie finde ich dazu einen geeigneten Gutachter?

Entweder empfiehlt die Versicherung einen Gutachter oder man sucht sich selbst einen Fachmann für KFZ-Gutachten in München. Ein kompetenter Gutachter ist jederzeit leicht erreichbar, berät telefonisch oder kommt vor Ort, um dort alles Notwendige aufzunehmen. Meistens rechnet dieser direkt mit der Versicherung ab. Kosten vorstrecken oder Kosten selbst übernehmen muss man in der Regel nicht. Hier sollte man hellhörig werden, wenn das jemand verlangt.

Bei Unfallschäden oberhalb der Bagatellgrenze von derzeit 750 Euro muss der Gutachter stets von der gegnerischen Versicherung übernommen werden, wenn der Unfallverursacher feststeht. In der Regel genügt hier auch ein Kostenvoranschlag der Werkstatt. Zudem steht jedem bei unverschuldeten Unfällen nicht nur ein Gutachter, sondern auch ein Rechtsanwalt zu.

Laut der Stadt München sind 2021 rund 38.000 Verkehrsunfälle im Stadtgebiet gemeldet worden. Oftmals kommt es dabei aber auch zu Rechtsstreits oder -verstößen, weil Sach- oder Personenschadens-Ansprüche geregelt werden müssen. Hier ist die Schuldfrage nie eindeutig geklärt. Überall wo also Menschen miteinander in Konflikt geraten, müssen Lösungen gefunden werden, um die damit verbundenen Schäden abzuwickeln und gegebenenfalls ein Strafmaß festzusetzen. Doch nicht immer ist das ohne Widerstand möglich, gerade wenn eine Partei davon überzeugt ist, dass die andere Schuld ist.

Wie kläre ich also die Schuldfrage?

Dafür gibt es Rechtsanwälte und Gerichte, die sich tagtäglich mit zahlreichen Fällen beschäftigen müssen, um die Schadensregulierung und womöglich auch etwaige Verstöße gegen das Straßenverkehrsrecht zu verfolgen. Denn immer wieder sind auch alkoholisierte oder unter anderem Drogeneinfluss stehende Personen am Unfallgeschehen beteiligt. Dies beeinflusst immer die Schuldfrage, natürlich unabhängig von etwaigen Sachschadensgutachten. Es empfiehlt sich deshalb fast immer, einen Gutachter und einen Rechtsanwalt mit einzuschalten, auch wenn die Sachlage zunächst eindeutig oder gar unstrittig erscheint.

Wo Menschen beteiligt sind, da entstehen Konflikte, und es können sich auch Meinungen ändern, die vorher einvernehmlich waren. Es lohnt sich also stets, sich sachlich und verständnisvoll zu verhalten, den Schaden von der Polizei aufnehmen zu lassen und die Personalien sowie den Unfallbericht gemeinsam mit dem Unfallgegner abzugleichen. Dennoch raten Experten wie der Münchner KFZ-Sachverständige Marco Schuster dazu, die von der Versicherung bezahlten Dienste von Gutachtern und Rechtsanwälten in Anspruch zu nehmen, auch wenn sie zunächst nicht immer notwendig erscheinen. Es erspart viel Ärger im Nachhinein.

Die Mobilität in der Zukunft und der Verkehr in München werden sich zwar weiter entwickeln, aber die Autos auf deutschen Straßen nehmen immer mehr zu. Die Wahrscheinlichkeit, in einen Autounfall verwickelt zu werden, nimmt damit statistisch zu. Auch wenn man selbst keine Schuld hat.

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