Venus auf einem Samtsofa, Mars mit einem Laptop auf dem Schoß und Narziss als Sinnbild unserer Selfie-Kultur: Mit ihrer Ausstellung „Heldinnen und Helden“ verwandelt die Münchner Künstlerin Julia von Kienlin die Lobby des Mandarin Oriental München in eine Bühne für zeitgenössische Mythologie. Das Besondere: Die Ausstellung ist für Jedermann zugänglich. Mit ihrem kuratorischen Konzept hat Kunsthistorikerin Dr. Sonja Lechner das Mandarin Oriental München als außergewöhnlichen Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst etabliert. Alles über die aktuelle Ausstellung.

Internationale Sammler entdecken Münchner Kunst
Wer die Lobby des Mandarin Oriental München betritt, findet derzeit weit mehr als internationales Hotelambiente. Zwischen Designklassikern und stilvoller Eleganz begegnen Besucher Figuren der griechischen Mythologie – allerdings so, wie man sie wohl noch nie gesehen hat. Julia von Kienlin interpretiert antike Heldinnen und Helden neu und versetzt sie mitten in unsere digitale Gegenwart.
Venus und Mars stehen dabei ebenso für Liebe und Frieden wie für die Frage, welche Werte unsere Gesellschaft heute prägen. Narziss wird zur Allegorie einer Zeit, in der Selbstinszenierung und soziale Medien allgegenwärtig sind. Statt antiker Waffen tauchen Laptop oder Smartphone auf, klassische Mythen treffen auf modernes Lebensgefühl.
Die Hotellobby als öffentliche Kunstgalerie
Seit mehreren Jahren kuratiert die Kunsthistorikerin Dr. Sonja Lechner mit ihrem Unternehmen Kunstkonnex wechselnde Ausstellungen im Mandarin Oriental München. Drei Mal jährlich wird die Hotellobby damit zur öffentlich zugänglichen Galerie und bietet Künstlerinnen und Künstlern eine außergewöhnliche Bühne – nicht nur für Münchner Kunstliebhaber, sondern auch für internationale Hotelgäste und Sammler.

Mandarin Orinetal Lobby als Kunstgalerie
Bei der Eröffnung wurde schnell deutlich, dass Kunst hier zum Begegnungsort wird. Gemeinsam mit der Künstlerin diskutierten die Gäste über die überraschend aktuelle Kraft antiker Erzählungen, während die Küche des Mandarin Oriental den Abend kulinarisch begleitete.
Auch zahlreiche bekannte Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Medien folgten der Einladung, darunter Radprofi Marcus Burghardt, Skirennläuferin Michaela Gerg, Fernsehmoderator Tilmann Schöberl, Wiesnwirtin Petra Reinbold, Kunstexperte Dr. Alexander Kunkel sowie Mount-Everest-Besteiger Alexander Freiherr von Cramm.

Antike Geschichten, aktuelle Fragen
Gerade darin liegt die Stärke der Ausstellung: Julia von Kienlin erzählt keine historischen Mythen nach, sondern zeigt, wie aktuell ihre Themen geblieben sind. Liebe, Macht, Eitelkeit, Frieden oder Selbstüberschätzung beschäftigen die Menschen heute genauso wie vor über 2.000 Jahren – nur die Symbole haben sich verändert.
Wer die Ausstellung besuchen möchte, muss übrigens kein Hotelgast sein. Die Werke sind in der Lobby des Mandarin Oriental München frei zugänglich und laden dazu ein, Kunst mitten in der Münchner Altstadt ganz ohne Museumsbesuch zu entdecken.


