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Wie wirkungsvoll ist Kurkuma? – Münchner Mediziner klärt auf

In der heutigen Zeit sind Supplements, Ergänzungsmittel und Wunderkräuter besonders gefragt. Eine Verbesserung der Gesundheit und Vitalität lassen den Markt für diese Produkte einen regelrechten Boom erleben. Zu jenen Anwendungen, von welchen sich besonders viel versprochen wird, gehört auch das Gewürz Kurkuma. Wie gesund das Gewächs tatsächlich ist und wo möglicherweise noch Forschung ansteht, hat der Münchner Mediziner Peter Schnabel genauer untersucht.

Kurkuma gesund
Image by Steve Buissinne from Pixabay

Kurkuma kann bei Entzündungen wirkungsvoll sein

Peter Schnabel ist an der Technischen Universität München als Allergologe tätig und befasst sich schon seit längerem mit den Eigenschaften der Kurkumapflanze. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der “Noxenkatalog-Datenbank“ und ist bestens über die Forschung des Gewürzes informiert.“ Allein im Jahr 2015 sind 1209 Fachpublikationen zu den gesundheitlichen Aspekten von Kurkuma veröffentlicht worden, darunter auch 119 klinische Studien. Die Forscher interessieren sich für den im Kurkuma enthaltenen Wirkstoff Kurkumin.”

Aus diesen und anderen Forschungstätigkeiten konnte bereits festgestellt werden, dass Kurkumin einen entzündungshemmenden Effekt mit sich bringt. Laut Peter Schnabel ist vor allem die antioxidantische Wirkung entscheidend. “Oxidationsvorgänge, die im Körper ablaufen und im Ernstfall zu Zellschädigungen führen, die werden dadurch abgemildert oder gebremst.” Damit dürfte die Frage, ob Kurkuma gesund ist, beantwortet sein.

Mareike Oberhauser, welche ihre Erkenntnisse zum Thema Ernährung auf FITFORBEACH teilt, sieht hier auch einen Zusammenhang mit überhöhtem Körpergewicht, da es mit chronischen metabolischen Entzündungen einhergeht. “Laut wissenschaftlicher Erkenntnisse wirkt Curcumin auf weißes Fettgewebe und reduziert Entzündungen. Es setzt dort verschiedene Prozesse in Kraft, beispielsweise die Reduzierung von gesundheitsschädlichen Proteinen des Fettgewebes. Dadurch würden Übergewicht und damit verbundene Symptome und Krankheiten reduziert werden.” Die Auffassung, dass Kurkuma auch die Fettverbrennung fördere, sieht auch Schnabel als bestätigt an.

Keine Belege für die Heilung chronischer Krankheiten

Zusätzlich zu diesen bestätigten Thesen, sehen viele Menschen Kurkuma als deutlich vielseitigeres Heilmittel. Abgesehen von einer Stärkung des Immunsystems wollen viele Fachkenner auch eine Heilung von chronischen Krankheiten erkannt haben. Zur Behandlung von Krebs oder Alzheimer wird das über 5.000 Jahre alte Gewächs gerne als Wundermittel bezeichnet. Schnabel, welcher sich jedoch ausreichend mit veröffentlichten Studien auseinandersetzte, konnte bereits im Jahr 2017 dieser These nichts abgewinnen. ““Nicht eine einzige Arbeit bringt den Nachweis, dass es irgendwelche Wirkungen bei den vielen, vielen Erkrankungen gibt. Curcumin wird praktisch als Allheilmittel angepriesen, nicht nur gegen Krebs. Das stimmt schlicht und ergreifend nicht.“

Das möglicherweise die Bildung etwaiger Metastasen gebremst werden könne, ist ein weiteres Thema der Forschung. Die Biochemikerin Beatrice Bachmeier, die ebenfalls in München ansässig ist, hat diese These an der städtischen, medizinischen Universität untersucht. Die Experimente im Labor brachten zwar vielversprechende Ergebnisse – eine problemlose Übertragung auf den Menschen sei jedoch noch nicht möglich.

Die Forschung ist noch unvollständig

Im Angesicht des gegenwärtigen Wissenstandes erläutert Schnabel auch, dass mangelnde Erkenntnisse auch auf den Status vieler Forschungsprojekte zurückzuführen sei. “Viele Arbeiten werden gar nicht beendet oder sogar zurückgezogen”, erläutert der Fachmann für Allergien. “Bei den veröffentlichten Arbeiten stehe außerdem am Ende oft der Satz: Man wisse noch nicht genau, welche Mechanismen dahinter stecken und man werde die Untersuchungen dazu weiterführen.”

Die unzureichenden Erkenntnisse seien auch die Ursache davon, dass die meisten Studien reine Laboruntersuchungen darstellen oder nur auf Tierversuchen basieren.

Forschungsprojekte mit menschlichen Probanden weisen oft eine zu geringe Teilnehmerzahl auf – eine allgemeine Wirkung sei aufgrund dessen nicht herleitbar.

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