Donnerstag , September 19 2019
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Neues Lifestylehotel für München

Das Hotel-Karussell an der Isar dreht sich weiter. Der jüngste Zuwachs ist jung, urban, cool – und setzt auf Street Art regionaler Künstler! Die Rede ist vom neuen „NYX Hotel München“ im Stadtteil Obersendling im Münchner Süden.

NYX Hotel München Interior
NYX Hotel München hat viele ‚Long Stay Rooms‘. Fotocredit: Neudahm Design

Nach Metropolen wie Tel Aviv, Mailand, Prag und Madrid ist das „NYX“, das zur Gruppe der „Leonardo Hotels“ gehört, nun endlich auch an der Isar angekommen. Für die Gestaltung war, wie schon bei den internationalen Schwester-Hotels“, der international renommierte Interior Designer Andreas Neudahm (50) verantwortlich.

Der NYX Hotel München Spirit

Insgesamt 225 Zimmer (davon zahlreiche „Long Stay Rooms“ mit eigener Kitchenette) haben von Interior Designer einen besonderen individuellen und zeitgemäßen Look bekommen. Mit eigens designten Möbeln in warmen und natürlichen Tönen sowie einem offenen Restaurant-, Bar- und Lounge-Konzept, das zu Gesprächen und zum Relaxen einlädt. Und am Abend ist dank DJ Beats im NYX Hotel auch Party angesagt. 

Das Besondere: Street Art-Kunstwerke regionaler Künstler wurden in das Design integriert, was für eine besonders kreative Atmosphäre sorgt. Seit fast 30 Jahren verwandelt der Designer Neudahm Hotels zu Wohlfühlorten. Rund 450 Projekte hat der ausgebildete Möbel- & Interior Designer bis dato umgesetzt. Durch eine Ausschreibung einer internationalen Hotelkette wurde der Grundstein für seine Karriere als Hotel Interior Designer gelegt. In der Münchner Hotellerie-Szene kennt er sich also bestens aus. Im Interview spricht über die aktuellen Trends auf dem Münchner Hotelmarkt und verrät, warum es in seinen Augen nur zwei Luxushotels an der Isar gibt! 

NYX Hotel München
Andreas Neudahm. Fotocredit: Neudahm Design

Herr Neudahm, Sie haben in München für ein neues cooles Hotelprojekt gesorgt. Was hat es mit „NYX“ auf sich? 

Andreas Neudahm: „NYX ist die griechische Göttin der Nacht. Insofern passt der Name sehr gut, da man in der Regel in ein Hotel kommt, um dort die Nacht zu verbringen. Unser Ziel war es, einen neuen Brand im Bereich der Vier Sterne-Hotels entwickeln, der aber in die Lifestyle-Schiene geht. So ist die „Nachtgöttin“ entstanden. Man spricht heutzutage im Hotel-Bereich ja ein ganz neues Publikum an: junge Menschen, die in der Start-Up Branche tätig sind, die cool und gut drauf sind und gerne abends noch einen Drink nehmen. Wir wollen aber nicht so abgehoben sein wie viele Design-Lifestyle Hotels es sind. Es soll nicht Schicki Micki, sondern ganz selbstverständlich sein und nicht aufgesetzt wirken. Der Gast soll das Gefühl haben, als würde er nach Hause kommen. Wir haben mit der richtigen Beleuchtung und der passenden Musik glaube ich einen wunderbaren Wohlfühlort geschaffen.“

Wen sprechen Sie mit dem Hotel an?

Andreas Neudahm: „Unsere Kernzielgruppe sind die 25 bis 30-Jährigen und alle Junggebliebenen, die sich gerne etwas gönnen und sich einen gewissen Service auch gerne etwas kosten lassen. Bei uns kümmert man sich um die Menschen genauso wie in einem Luxushotel, nur das alles eben lässiger ist. Die jungen Leute gehen ja nicht mehr in die traditionsreichen Luxushotels, selbst wenn sie es sich leisten könnten. Das ist ihnen zu steif. Sie sehen sich nach diesem Lifestyle. Unser Konzept kommt bislang gut an: Wir arbeiten gerade an einem neuen Hotel in Mannheim. Für 2021 ist die Eröffnung in Hamburg geplant und auch Openings in anderen angesagten Destinationen wie zum Beispiel in Warschau.“ 

NYX Hotel München Lobby
NYX Lobby

Wie haben Sie das NYX Hotel München eingerichtet? Wie würden Sie das Design beschreiben?

Andreas Neudahm: „Ich würde das Design als sehr kosmopolitisch bezeichnen. Und auch ein bisschen provokativ. Gerade in München gibt es so viele Hotel-Eröffnungen hat, da möchten wir natürlich ein Alleinstellungsmerkmal haben. So ist diese Inneinrichtung entstanden, die sowohl elegant, provokativ, aufregend, zeitlos und weltoffen ist.“

Sie setzen neben coolem Design auch auf Street Art. Wie kam es dazu?

Andreas Neudahm: „Unsere Frage lautete: „Wie kann man eine Community bilden?“ Deshalb wollten wir nicht normale Kunst zeigen, sondern eben coole Street-Art. Wir haben lokale Street Art Künstler ausgewählt, die zu den Events ihre „Crowd“ ins Hotel mitbringen. So entsteht ein cooler Mix: die lokalen Gäste vermischen sich mit den internationalen Hotelgästen.“

Im Hotel befindet sich auch ein Burger-Lokal. Warum Burger und kein hipper Starkoch mit veganen Köstlichkeiten?

Andreas Neudahm: „Es funktioniert gut, weil die jungen Leute das cool finden. Vor allem mittags ist es gut besucht, denn dann kommen auch die Leute aus den umliegenden Büros und aus den Schulen zum Lunch. Und auch abends und sogar spätnachts essen die Gäste gerne noch einen Burger. In unserem „Hans im Glück“ gibt es im Gegensatz zu den anderen Franchise-Restaurants eine riesige Bar und das Design ist dem des Hotels angepasst. Man hat also nicht das Gefühl, dass man ist in einem „Hans im Glück“-Hotel ist. Anstatt eines sterilen Konferenzraums haben wir im Hotel übrigens ein eigenes Kino mit Screen und Bildschirm, wo die Gäste die Möglichkeit haben Filme zu gucken. Ein eigenes, stylishes Restaurant mit einem renommierten Starkoch hätte nicht funktioniert, da wir nicht im Zentrum liegen.“

Das Hotel befindet sich in Obersendling. Ist das auch ein neuer Trend: dass man weg vom Zentrum und in die äußeren Stadtteile geht? 

Andreas Neudahm: „Es hat damit zu tun, dass nicht alle Menschen zwingend in der Innenstadt zu tun haben und dort übernachten müssen. Auch in der Peripherie gibt es viele Arbeitsplätze und Menschen, die nah am Unternehmen übernachten wollen. Es spielt sich nicht alles in der Innenstadt ab. Außerdem ist es natürlich auch eine Preisfrage: Innenstadtlagen sind immer teuer. Unsre Kunden reisen mit dem Auto an und können dort bequem parken. Sie brauchen gar nicht den Viktualienmarkt vor der Hoteltüre.“

Wie sehen Sie die Entwicklung in der Münchner Hotelbranche?

Andreas Neudahm: „Ich finde es toll, dass die kleinen Szene-Hotels sich neu erfinden und ihre Daseinsberechtigung so erhalten. Im Bereich der Luxushotels sehe ich in München aber noch viel Potential, das nicht ausgeschöpft ist – gerade im Vergleich zu Luxushäusern in anderen Metropolen wie Paris und London ist hier definitiv Luft nach oben.“

Muss ein neues Hotel heute stylish sein. Sind Schnörkel, Gold und Marmor out?

Andreas Neudahm: „Es wird immer Luxushotel geben in diesem Gold und mit diesem Üppigen. Aber ich denke, dass die Menschen es gerne zeitgemäßer haben möchten. Die Leute wollen kommunizieren, sie wollen W-LAN und Internet und dabei einen Drink nehmen. Man darf aber nicht immer nur den Trends folgen. Denn in fünf Jahren kann das dann schon wieder out sein. Man muss langfristig denken. Ich persönlich setze gerne auf Farben, weil die Leute das zu Hause in der Regel nicht haben. Was es nicht mehr geben wird, das ist die Hotellerie mit der versteckten Kellerbar. Ich hoffe aber, dass die im „Bayerischen Hof“ noch länger existieren wird. Denn in meinem Alter bin ich da sehr gerne. (lacht)“

Wenn Sie in München sind, in welches Restaurant gehen Sie dann?

Andreas Neudahm: ‚Ich übernachte gerne im „Louis Hotel“ am Viktualienmarkt. Und ich gehe dort gerne ins hoteleigene Restaurant „Emiko“, da ich beim Essen auf Qualität achte. Und das Essen dort ist hervorragend.“

Text: Andrea Vodermayr

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