Donnerstag , Dezember 13 2018
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Let’s Party 4 Art: München war für eine Nacht wieder der Nabel der Kunstwelt

Diese Kunstparty war der Hammer! Bei der alljährlich stattfindenden „PIN.Party“ wird nämlich nicht nur gefeiert, sondern kommen jedes Mal auch großartige Kunstwerke unter den Hammer. Herzstück der Veranstaltung, zu der die „Freunde der Pinakothek der Moderne e.V.“ alljährlich einladen und die in diesem Jahr bereits zum 16. Mal stattfand, ist die große Charity-Auktion für die Pinakothek der Moderne und das Museum Brandhorst.

Kunst-Happening seit 16 Jahren in der Pinakothek der Moderne. Fotocredit: Hannes Rohrer
Kunst-Happening seit 16 Jahren. Fotocredit: Hannes Rohrer

Bei den Kunstfans und -kennern hat dieser Event schon lange einen festen Platz im Terminkalender. 800 Gäste hatte sich dieses Mal unter dem Motto „Let’s Party 4 Art“ in der Rotunde der Pinakothek der Moderne versammelt. Allen voran Herzog Franz von  Bayern, der Ehrengast des Abends war und der gleich zu Beginn des Abends mit Vertretern aus dem PIN.Vorstand und Mitgliedern des Festkomitees auf der großen Haupttreppe für ein Foto posierte.

Pin Party und ihre prominenten Unterstützer

„Ich bin hier schon seit Anfang an mit dabei und seit der Gründung PIN. Mitglied“, so Herzog Franz von Bayern. „Die Kunstwerke, die hier versteigert werden, sind von wunderbarer Qualität, es sind wirklich hervorragende Arbeiten mit dabei. Es freut mich zu sehen, dass so viele Menschen Spaß an der Kunst haben und ich hoffe, dass heute viel Geld zusammenkommt, um so Ankauf neuer Arbeiten zu ermöglichen. Deshalb freue ich mich heute vor allem auf die Auktion, denn das ist immer das Spannendste.“

Außerdem waren zahlreiche weitere Prominente aus Adel, Kunst, Wirtschaft und Gesellschaft da. Leopold Prinz von Bayern mit seiner Frau Ursula. Die bayerische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Marion Kiechle mit ihrem Mann, Sportkommentator Marcel Reif. Minzi Prinzessin zu Hohenlohe, Münchens Zweiter Bürgermeister Josef Schmid mit Frau Natalie, Kunstsammlerin Ingvild Goetz, Jan Klatten, uvm.

Bald schon platzte der Saal aus allen Nähten. Denn Kunst ist in, Kunst ist hip – und noch dazu ging es um den guten Zweck. Mit Hilfe der Spendenerlöse des Abends werden in den Jahren 2018 und 2019 bedeutende Sammlungsankäufe, ambitionierte Ausstellungen und wegweisende Vermittlungsprojekte aller vier Museen unter dem Dach der Pinakothek der Moderne sowie des Museums Brandhorst unterstützt.

Zahlreiche namhafte Künstler, Galeristen und Sammler liessen insgesamt rund 60 Kunstwerke international beachteter Künstlerinnen und Künstler für den guten Zweck versteigern: u.a. Werke von John Baldessari, Geta Bratescu, Olafur Eliasson, Sylvie Fleury, Isa Genzken, Alex Katz, Albert Oehlen, Florian Pumhösl, Ed Ruscha, Slavs and Tartars, Kiki Smith, Katja Strunz und Wolfgang Tillmans. Darunter auch einige außergewöhnliche Werke. Zum Beispiel das Werk „Eyebrow“ von John Baldessari: ein dreidimensionaler digitaler und auf der Rückseite signierter Fotodruck in – wie der Name schon sagt – Augenbrauenform. Oder das Werks „Cuddly Painting“ von Sylvie Fleury: ein quadratisches Stück Kunstfell in Knallrot auf Leinwand…

Mitbieten oder feiern? Was war die Mission der VIPs an diesem Abend?

„Wir haben ehrlich gesagt keine freie Wand mehr zu Hause“, erzählten Marcel Reif und seine Frau Prof. Dr. Marion Kiechle. „Auch wenn hier durchaus ein paar Werke dabei sind, die uns gefallen würde“, meinte er. „Meine Frau und ich haben zum Glück einen ähnlichen Geschmack was die Kunst angeht.“

„Mein Mann hat ein Mitspracherecht was die Kunst angeht – leider“, meinte Künstlerin Karin Müller-Wohlfahrt, die Frau von Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt schmunzelnd. „Ich hätte da gerne noch mehr Freiheiten. Ich hänge zu Hause auch gerne mal etwas um“, meinte sie lachend. Sie ist auch selbst sehr aktiv in ihrem Job: „Im Dezember zeigte ich in Berlin meine „Engel“ in Bild und Skulptur. Ich liebe Berlin und habe dort studiert. Die Stadt hat eine besondere Energie.“

An diesem Abend war allerdings München der Nabel der Kunstwelt! „Das hier ist der wohl größte Fundraising Kunst Event in Deutschland“, so Moritz Freiherr von Crailsheim, der Mitglied im Vorstand von PIN. ist. „Es gibt nicht nur eine wunderbare Auktion, sondern im Anschluss auch eine Party. Das macht den Event so besonders und auch so beliebt.“

Die Live-Auktion wurde dieses Mal von Auktionatorin Lydia Fenet (International Director of Strategic Partnerships Christie’s New York durchgeführt. Und die Werke gingen quasi weg wie die warmen Semmeln. Versteigert wurde u.a. auch eine der „Love Hate“-Skulpturen der Performance-Künstlerin Mia Florentine Weiß. Eine Bronzeversion der Skulptur am Münchner Siegestor sorgte jüngst schon für viel Beachtung. Jetzt wurde eine (etwas kleinere) Skulptur in Schwarz-Weiß versteigert – für die Künstlerin eine Riesenehre: „Das Werk hier hat quasi „to Go“ Format“, meinte sie lachend. „Das Schöne an diesem Event ist, dass hier Kunst für die Kunst gemacht wird.“

„Die PIN. Party hat sich über die Jahre hinweg zu unserem wichtigsten Instrument zur Unterstützung und finanziellen Absicherung der beiden Häuser entwickelt“, so Dorothée Wahl, die Vorstandsvorsitzende von PIN, die mit Prof. Dr. Bernhard Maaz, dem Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die Gäste begrüßte und sich bei allen Förderern, Partner und Freunden bedankte.

Was genau ist „PIN.PARTY“?

Seit über 50 Jahren trägt „PIN.“ mit der Finanzierung von bis heute rund 1.300 Ankäufen, zahlreichen Ausstellungen und vielfältigen Vermittlungsprojekten dazu bei, dass die Pinakothek der Moderne und seit 2016 auch das Museum Brandhorst beständig an Profil und Ausstrahlung gewinnen. Für die knapp 900 Mitglieder wird zudem ein umfangreiches Programm aus Führungen, Künstlergesprächen, Atelierbesuchen, Vorträgen und Reisen organisiert.

Hochkarätig besetzt war das Festkomitee, dem Annette Stadler (Leitung) Margarita Cittadini-LeinfelderJulia Frohwitter (Galerie Frohwitter), Katharina Freifrau von Perfall (stellvertretende Vorsitzende PIN.), Dorothéé Wahl und Marie Gräfin von Waldburg angehörten.

Außerdem dabei: Ludwig Prinz zu Salm-Salm, Gastronom Christian Schottenhamel, der ehemalige Bertelsmann-Chef Dr. Mark Wössner,  Unternehmer Dr. Helmut Röschinger (Argenta), „The Emotion Artist“ Alexander Hoeller, Manuel Prinz von Bayern (mit Frau Anna) und Felipa von Bayern (mit Mann Christian Dienst), die Kinder von Prinz „Poldi“ und Prinzessin Uschi von Bayern, Gastronom Rudi Kull, Clarissa Käfer, uvm.

Text: Andrea Vodermayr

Auktions Kunst Highlights

Mit 100.000 Euro bekam das Werk „Untitled“ von Isa Genzken, das als Top-Los in die Auktion ging, den höchsten Zuschlag des Abends. Ein Spitzenergebnis von 85.000 Euro erzielte ein außergewöhnlich großformatiges Aquarell von Olafur Eliasson, das bis vor kurzem in einer erfolgreichen Ausstellung in der Pinakothek der Moderne zu sehen war. André Butzers expressives Ölgemälde kam für 60.000 Euro unter den Hammer. Weit über den Erwartungen wechselte die Aluminium-Lichtskulptur der Münchner Künstlerin Tatjana Busch für über das Doppelte des Galeriepreises den Besitzer – für die Künstlerin ein besonders schönes Geburtstagsgeschenk.

Die Blattgold-Arbeit aus der Serie „Golden Newspaper“ von Panos Tsagaris „June 13, 2018“ erreichte den höchsten Zuschlag in der Silent Auction. Das Gemälde „Große Geliebte“ von Andreana Dobreva erzielte mehr als das Doppelte des Galeriepreises. Ein junger Sammler freut sich über seinen Zuschlag für Kiki Smiths Polaroid-Arbeit „Known“.

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