Donnerstag , Dezember 9 2021
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Profigolfer aus München: Gleich zwei spielen auf der US-PGA-Tour

Nachdem Eichenrieds „Eigengewächs“ Stephan Jäger, 32, im August die Saisonwertung der Korn Ferry Tour gewann und damit wieder auf der US-PGA-Tour startet, hat auch der Eichenrieder Thomas Rosenmüller, 24, mit einer bravourösen Leistung seine Tour-Karte in der Tasche: Mit einer 63er Runde am letzten Tag (8. 11. 21) des Qualifizierungs-Marathons für die Korn Ferry Tour 2022 hat er sich von Rang 67 auf Rang 11 vorgekämpft und damit die Qualifizierung auf Anhieb geschafft!

„Es war immer ein Kindheitstraum von mir, auf der PGA Tour oder einer ihrer Touren zu spielen“, sagt Thomas „Rosie“ Rosenmüller glücklich. Beide Spieler wurden und werden von Ken Williams, Head Pro im Golfclub München Eichenried seit 1992 (!), gecoacht. „Es freut mich noch mehr, dass Ken am Bag war als Caddy und er die gesamte Turnierwoche miterleben durfte“, sagt Rosie, der bei seinen Heimaturlauben auch immer wieder die Eichenrieder Herren-Mannschaft unterstützt und zuletzt bei der German Challenge im Wittelsbacher GC mit einem ähnlich fulminanten Endspurt wie in den USA eine Top Ten-Platzierung erreichte.

„Danach stand ich vor der Entscheidung, weiter auf der Challenge Tour zu spielen oder mich in den USA über die Qualifying School für die Korn Ferry Tour (KFT) zu qualifizieren. Aufgrund der Absage der European Tour Q School habe ich gemeinsam mit meinem Coach Ken Williams entschieden, in den USA die Q School für die KFT zu spielen“, berichtet Thomas. Eine weise Entscheidung, wie man sieht!

Nächstes Jahr trainiert Ken Williams bereits 30 Jahre lang (!) den Eichenrieder Nachwuchs!

Thomas Rosenmüller mit seinem Erfolgscoach Ken Williams, Head Pro im GC München Eichenried seit 1992 und Talentescout mit nun zwei Profis in den USA!
Thomas Rosenmüller mit seinem Erfolgscoach Ken Williams, Head Pro im GC München Eichenried seit 1992 und Talentescout mit nun zwei Profis in den USA!

Aus dem Leben eines Golfprofis

Interview mit Thomas Rosenmüller zu seiner „Achterbahnfahrt“ bei der Final Stage im Landings Club (Savannah Georgia) mit Runden von 66/76/72/63

Am ersten Tag war er noch überragender Vierter, am zweiten Tag spielte er unter schwierigen Wetterbedingungen eine 76 und rutschte unter Platz 50 ab. Der dritte Tag musste wegen Regen verschoben werden. Am vierten Tag lief die dritte Runde dann zufriedenstellend. Am Schluss packte Rosie der Kampfgeist: Aus fast aussichtsloser Lage, nämlich Rang 67, spielte er eine 63er Runde und erreichte Rang 11!

Tag 1: Super-Leistung. Sicher bist Du da positiv gestimmt in die nächste Runde gegangen. Oder bist Du in „Habacht-Stimmung“ geblieben, weil man ja beim Golf nie ganz sicher sein kann, was der nächste Tag so bringt?

Thomas Rosenmüller: ‚Nach der tollen Leistung am ersten Tag ging ich auf jeden Fall mit Selbstbewusstsein in die 2. Runde. Man muss natürlich im Golf immer vorsichtig sein, da so viele Sachen passieren können. Ich wusste aber auch, dass ich den schwereren Platz am zweiten Tag spiele, und das auch noch mit schlechtem Wetter.‘

Tag 2: Einbruch mit Plus-Ergebnis. Woran lag’s? Wie ging es Dir auf der Runde? Wie motivierst Du Dich für die nächsten Tage?

Thomas Rosenmüller: Es lief eigentlich den ganzen Tag nichts zusammen, einige Fehlschläge, die alle zu Strafschlägen führten. Die Putts sind auch nicht gefallen. Aber ich hatte ein gutes Gefühl, dass es am nächsten Tag wieder besser sein wird.

Tag 3: Regen, Spiel verschoben. Was machst Du an so einem Tag? Trainieren? Mentales Coaching? Relaxen? 

Thomas Rosenmüller: Ken und ich haben uns ein bisschen Savannah angeschaut und haben den arbeitsfreien Tag einfach genossen. Am Abend wurde noch ein Film geschaut und dann ging es früh ins Bett, da ich um 7 Uhr schon auf dem Golfplatz sein musste.

Tag 4, Runde 3: Solide Leistung. Aufatmen und denken, könnte ja doch noch was werden? Oder lieber cool bleiben?

Thomas Rosenmüller: Ich habe in Runde 3 bis dato im Turnier den Ball am besten getroffen. Auf dem schwereren Magnolia Platz war es durchaus schwierig, sich Chancen für Birdies zu erarbeiten. Ich hatte einige über den gesamten Tag, aber viele Putts sind einfach über die Lochkante gelaufen. Die +2 hat mich in eine relativ schwierige Situation gebracht, weil ich wusste, ich muss mindestens eine -4 spielen, um eine Chance auf die Top 40 zu haben.

Kleiner Kickstart am letzten Tag

Tag 5, letzte Chance: Kampfgeist und Nervenstärke. Wie hast Du das geschafft???? Hättest Du Dir das selber erträumt?

Thomas Rosenmüller: Am letzten Tag lief alles zusammen. Ich bin gut in die Runde gestartet und hatte dann einen lucky break, der in ein Birdie umgewandelt wurde. Das hat meiner Runde einen kleinen Kickstart gegeben. Nach 9 Loch war ich -4 und dachte mir, ein paar Birdies würden noch guttun. Auf meinem 10. Loch habe ich dann einen Bunkerschlag eingelocht und damit ein weiteres Birdie gespielt. Danach war ich natürlich voller Selbstvertrauen und habe auch dementsprechend gespielt. Die Runde habe ich dann noch mit einem Birdie abgeschlossen – im Live-Fernsehen auf PGA TOUR Live. Das war dann natürlich noch ein schöner Abschluss. Ich bin unglaublich stolz, mir meinen Kindheitstraum zu erfüllen. Deswegen freut es mich noch mehr, dass Ken am Bag war als Caddy und er die gesamte Turnierwoche miterleben durfte.

Chapeau und viel Erfolg für die kommende Saison als Profi in den USA!

Autor: Heidi Rauch

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