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Windkraft-Giga-Projekt in Regensburg: Bürgerinitiative will es verhindern

Für Gloria von Thurn und Taxis ist das neue Windkraft-Projekt kein Neuland, gingen drei Windräder von der Firma Ørsted auf den Waldflächen des Fürstenhauses im Wald-Windpark Schiederhof im Landkreis Straubing-Bogen bereits 2018 ans Netz. Als größter Waldbesitzer Deutschlands plant das Fürstenhaus jetzt auf ihren Waldflächen entlang der Donau insgesamt 55 Windkrafträder! Die Bevölkerung ist darüber gar nicht ‚amused‘.

Die Schäden für Natur und Tierwelt zwischen Sendemast und Donaustauf werden in regensburg gerade untersucht.
Die Schäden für Natur und Tierwelt zwischen Sendemast und Donaustauf werden gerade untersucht. Fotocredit: Initiative ‚Einmaligen Lebensraum, Weltkulturerbe und Walhalla retten – Keine Windräder an diesem Standort‘. Mehr auf lebensraumretten.de

Betroffen ist das Waldgebiet der Tegernheimer Hohen Linie bis nach Wiesenfelden. Doch die neuen Windkraftanlagen sollen eine unglaubliche Höhe von 260! Metern bekommen. Der Funkmast hat im Bild oben eine Höhe von 165 Metern.

Doch die Pläne beziehen auch die Walhalla, die Burgruine Donaustauf, die Lungenklinik und hunderte von Wohnhäusern ein. Genau dort, wo täglich sehr viele Menschen zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Kindern, Freunden oder Hunden durch eine intakte Natur streifen um sich dort zu erholen, will man betonieren.

‚Der Dom als das wichtigste Wahrzeichen der Stadt Regensburg mit Alleinstellungsmerkmal der UNESCO Weltkulturerbestadt wird seiner einmaligen Silhouettendominanz beraubt. Wer Regensburg besucht hat, erinnert sich in Zukunft an die Windkraftanlagen, die über der Stadt thronen, anstatt an die 2000-jährige Geschichte und deren erhaltene einmalige Zeitzeugen. Ob die Denkmalämter dies schon mit der UNESCO besprochen haben?‘ Ferdinand Kiermeier, dem Mitgründer der neuen Initiative „Einmaligen Lebensraum, Weltkulturerbe und Walhalla retten – Keine Windräder an diesem Standort“ regt das alles auf! Er zeigt betroffenen Bürgern aus Tegernheim und Donaustauf die Bilder, wie die Heimat nach dem Bau der geplanten Windräder durch Thurn und Taxis aussehen wird.

ChatGPT hat uns ein Bild dazu erstellt:

Chat GPT polarisiert mit diesem Bild, weil die Touristen wegen dem mittelalterlichen Charme nach Regensburg kommen. Ob das bei den Windkraftanlagen auch so sein wird?
Chat GPT polarisiert mit diesem Bild, weil die Touristen wegen dem mittelalterlichen Charme nach Regensburg kommen. Ob das bei den Windkraftanlagen auch so sein wird?

2022 hatte man im thüringischen Eisenach und der historischen Wartburg ein ähnliches Problem. Seit 1999 zählt sie zum UNESCO Weltkulturerbe, was durch Windräder durchaus aberkannt werden könnte. Dazu hatte sich sogar Icomos geäußert, die internationale Denkmalpflege-Organisation, die die Unesco zu Fragen des Welterbes berät. Sie hatte 2018 für die Windräder eine Grenze von 500 Metern über NN vorgeschlagen. Das Windrad-Projekt an der Wartburg wurde nicht umgesetzt! Das will auch Ferdinand Kiermeier für Regensburg erreichen. Deshalb sammelt die Initiative kräftig Unterschriften bzw. Unterstützer digital auf lebensraumretten.de gegen das Windräder-Projekt des Regensburger Fürstenhaus.

Er Die Hohe Linie ragt über die Ebene der Innenstadt und der Donaulandschaft. Der Regensburger Dom ist 108 Meter hoch. Keilberg und Windradhöhe addieren sich zur Basis des Doms auf bis zu 400 Meter. Von allen umliegenden Hügeln sind der Dom und die Windräder in einem gemeinsamen Blickfeld. Dabei erscheinen die Windräder fast viermal so hoch wie der Dom mit seinen zwei Türmen.

Schäden für Tier- und Pflanzenwelt

Für die Initiative sind Windräder eindeutig Industrieanlagen, die zur Herstellung enorme Rohstoffmengen aus aller Welt benötigen. Wie bei allen Industriegebieten müssen dafür speziell geeignete Flächen gesucht werden, Jedes einzelne Windrad erfordert 100 Meter breite Schneisen in intakter Natur. Weiterhin produzieren und verstreuen Windräder kiloweise Mikroplastik bei Rotationsgeschwindigkeiten von über 100 km/h.

Die Schäden in der Tier- und Pflanzenwelt, insbesondere bei (auch besonders geschützten) Vögeln, Fledermäusen oder Feuersalamandern sind unbestritten. Das Gebiet zwischen Regensburg und Walhalla ist viel zu wertvoll für eine industrielle Nutzung. „Kostbare Wälder, großartige Natur, einzigartiges Weltkulturerbe und ein intensiv genutztes Wohn- und Naherholungsgebiet lassen hier kein einziges Windrad zu“, resümiert der Mitgründer der Initiative Günther Zahnweh.

Die Initiative benennt auch die Zahl von 6 Mio. €, welche das Fürstenhaus für die jährliche Pacht der Windräder wohl erhalten würde. Pro Windrad wären das 110.000 € jährlich.

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