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Schweizer Designikone neu aufgelegt: Münchner Premiere für den legendären ess.tee.tisch

Bis September zeigt Böhmler Büro und Objekt im Pavillon in der Böhmlerpassage Schweizer Designikonen von der Möbelmanufaktur horgenglarus. Neben den bekannten Stuhlikonen wird auch der legendäre ess.tee.tisch vom Züricher Designer Jürg Bally gezeigt. Bereits 1951 entwarf der Schweizer Designer Bally diesen Allround-Tisch, welchen es jetzt in der Re-Edition von Daniel Hunziker (2014) in München gibt. Zur Ausstellungseröffnung bei Böhmler im Tal kam die Witwe des Designers Ica Bally extra aus Zürich, welche den Gästen als Zeitzeugin der Designepoche und Aufbruchsstimmung der 50er Jahre spannende Anekdoten erzählte.

 

Über 700 Arbeitsstunden stecken in dem neuen ess.tee.tisch von horgenglarus
Über 700 Arbeitsstunden stecken in dem neuen ess.tee.tisch von horgenglarus

Was für eine tolle Designer-Idee: Einen kleinen Tisch, welchen man im Handumdrehen vom Esstisch zum Couchtisch umwandeln kann! Der ess.tee.tisch von Jürg Bally ist mit seiner leichtfüßigen Eleganz eine Designikone. Die Tischplatte scheint über dem Boden zu schweben, da sie auf drei gekreuzten Beinen liegt, die durch ein bewegliches Zapfenscharnier verbunden sind.

ess.tee.tisch, welcher beweglich ist

Das Besondere ist, dass sich der Tisch mit nur einer Handbewegung von 74 auf 42 cm mit zehn festen Einstellungen absenken lässt. Die Höhenverstellbarkeit – einzigartig zum Entstehungszeitpunkt – ist ein Ausdruck des aufkeimenden Bedürfnisses nach Freiheit und Mobilität, die sich nach Ende des Zweiten Weltkrieges auch in der Schweiz Bahn brach.

Ica Bally kann sich noch gut an ihren ersten ess.tee.tisch erinnern: ‚Ich hatte nicht viel Platz in meinem Zimmer und ein Tisch, welchen man schnell vom Ess- zum Teetisch verwandeln konnte, war zur damaligen Zeit zukunftsweisend.‘

Eine junge Generation von Möbeldesignern reagierte mit einer Gestaltungssprache, die nicht nur den Verstand, sondern auch das Gefühl ansprechen wollte. „Wohnen war für Jürg Bally ein aktiver Beziehungs-Akt, der durch die lebendige Interaktion zwischen Menschen und Möbeln positiv beeinflusst werden konnte. Er sah im Entwurf eines Tisches nicht bloß eine ‚funktionale Angelegenheit‘ “, berichtete Ica Bally.

In Handumdrehen vom Beistell- zum Esstisch

Der „ess.tee.tisch“ von horgenglaurs basiert auf dem Entwurf von 1951 und besteht aus einer Tischplatte auf drei gekreuzten Beinen mit einer beweglichen Zapfenverbindung und einem Aufzugsmechanismus. Der „ess.tee.tisch“ ist das erste Produkt der Glarner Möbelmanufaktur, das ihre hohe Kompetenz in der Herstellung von Stühlen und Tischen aus Holz mit klassischem Ingenieurwissen verbindet. Gemeinsam mit dem Ingenieur und Designer Daniel Hunziker hat horgenglarus den bestehenden Aufzugsmechanismus weiter entwickelt und den, mit dem Übergang von einem radialen zu einem vertikalen Kraftfluss äusserst komplexen und anspruchsvollen Bewegungsablauf, perfektioniert.

Die formal reduzierte und sehr schlanke Mechanik ist unsichtbar unter dem Tisch angebracht und mit einem Hebel einfach bedienbar. Damit lässt sich der Tisch in zehn Stufen, von 42 bis 74 cm, leicht in der Höhe verstellen – auch wenn Objekte darauf stehen. In der niedrigsten Einstellung ist er ein perfekter Beistell- oder Couchtisch, in der obersten ein praktischer Esstisch. Der Tisch wird in zwei Versionen hergestellt, kann aber bei böhmler auch nach Wunsch in Auftrag gegeben werden. Ica Bally erinnert sich, dass in den 60er Jahren ihr Mann viele Sonderwünsche erfüllt hat!

In Schwarznuss natur und in Esche schwarz gebeizt gibt es 2019 den Tisch. Die Tischplatte wird in einem Durchmesser von 95 cm, einer Kante aus Massivholz und einer Beschichtung mit hochwertigem Linoleum von Forbo angeboten, der in 20 Farbvarianten zur Auswahl steht. Die Aufzugsmechanik wird aus Chromnickelstahl gefertigt und die zentrale Fussverbindung ist aus anthrazitfarbenem Gusseisen.

 

Bis September sind im Böhmler Pavillon in der Böhmlerpassage die horgenglarus Möbelobjekte zu sehen. Fotocredit: Marcus Hassler
Bis September sind im Böhmler Pavillon in der Böhmlerpassage die horgenglarus Möbelobjekte zu sehen. Fotocredit: Marcus Hassler

Weitere Designikonen in der Ausstellung: Stühle

Zum Beispiel der Barhocker classic 11-380, eine Weiterentwicklung des Holzstuhls classic 1-380, eines der ersten Erfolgsmodelle von horgenglarus seit bald 100 Jahren. Die Konstruktion, Materialität und Optik entsprechen dem classic 1-380, allein die Sitzhöhe wurde von 46 auf 80 cm angehoben.

horgenglarus gehört hinsichtlich Gestaltung und Qualität seit bald 140 Jahren zur Weltspitze in der Möbelherstellung. Für Marco Wenger (CEO horgenglarus) ist Böhmler der perfekte Partner. Architekten, Innenarchitekten und Planer feierten beim anschließenden Get-Together bis in die späten Abendstunden, kulinarisch verwöhnt mit Schweizer Spezialitäten des Restaurants Mural.

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