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Erschreckende Trends, welche unsere Wildtiere gefährden!

Derzeit sind viele Sportler und Erholungssuchende fern ab der ausgewiesenen Pisten und Routen in den Bergen unterwegs! Was viele dabei unterschätzen: Jeder Schritt ins unbekannte Terrain könnte das Todesurteil eines Wildtieres sein! Diesen Trend können wir zum Glück beeinflussen! Leider versagt auch die Politik mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner beim Thema Wald und Wildtiere. Bei der aktuellen Novellierung des Bundesjagdgesetzes wurden gerade Vorgehensweisen festgezurrt, welche die Bedürfnisse der heimischen Wildtiere weitgehend außer Acht lassen. Anstelle besseren und mehr Lebensraum für unsere Wildtiere zu ermöglichen, werden Reh, Rotwild und Gams als die gebrandmarkt, die den gewünschten Waldumbau verhindern! 

Wildtiere
Besonders im Winter können Wildtiere in Gefahr sein! Photo by Bence Horvai on Unsplash

Gerade im Winter haben viele Tiere ihren Stoffwechsel auf Notzeit umgestellt und brauchen Ruhe, um unbeschadet durch die kalte Jahreszeit zu kommen. Ein Schneeschuhwanderer oder Tourengeher, der fern ab der ausgewiesenen Routen und Pisten unterwegs ist, schreckt das Wild ohne es zu merken auf. Das führt zu panikartigen Fluchtreaktionen des Wildes und kann sogar dazu beitragen, dass Wildtiere den Winter nicht überleben!

Mal davon abgesehen, dass der Respekt vor Schöpfung und Wild in unserer Gesellschaft fast abhanden gekommen ist. Die heimischen Wildtiere haben vielerorts keinen Platz mehr in unserer modernen Gesellschaft. Der Bayerische Jagdverband appelliert an Rücksicht und Vernunft.

Ausgewiesene Routen und Wege nicht verlassen!

Der BJV bittet daher, trotz dem Verständnis für die Anliegen aller Erholungssuchenden, sich nicht abseits der bekannten Pisten und Routen zu bewegen und somit das Wild in der harten Jahreszeit zu schützen. Thomas Schreder vom BJV dazu: „Ich kann aus eigener Erfahrung sehr gut verstehen, dass viele Wintersportler sehnsüchtig auf eine Möglichkeit warten, in den Bergen Sport zu treiben. Als Biologe und Jäger rufe ich aber alle Freizeitsuchenden auf, bei ihren Ausflügen auch auf unsere Wildtiere zu achten. Auch unser Wild verdient unseren Respekt und wir alle können einen Teil zum Wohl des Wildes beitragen, wenn wir uns nicht abseits der bekannten Routen und Wege aufhalten.“

Wald und Wildtiere gehören untrennbar zusammen

„Unsere Wildtiere nehmen einen wichtigen Platz im Ökosystem ein“, betont Thomas Schreder: „Wald, Feld und Wild bilden eine ökologische Einheit und sind nicht voneinander zu trennen. Deshalb braucht unser heimisches Wild einen Anwalt, der die Bedürfnisse der Wildtiere kennt und sie auch verteidigt. Das sind wir Jäger.“

Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gefährdet die Wildtiere

Als gelungenen Kompromiss, der die Balance zwischen den Wünschen der Waldbesitzer und denen der Jäger Rechnung trägt, hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner den Entwurf zum Bundesjagdgesetz gegenüber der Presse bezeichnet. Ihr sei es gelungen, nach 40 Jahren endlich ein neues Bundesjagdgesetz auf den Weg zu bringen ???

Das Wohl des Wildes spielt in dem Entwurf aus dem Hause Klöckner allerdings kaum eine Rolle. In erster Linie geht es im neuen Bundesjagdgesetz um rein forstwirtschaftliche Interessen. Für Bundesministerin Klöckner stehen die Tiere des Waldes beim Waldumbau im Wege. Deshalb müsse das Jagdgesetz nun dafür sorgen, dass der Verbiss der jungen Bäume verhindert werde und der Wald wieder wachsen könne.

Thomas Schreder hat wenig Verständnis für solche Argumente: „Der Abschuss alleine wird den Wald nicht retten!“

Auch für den BJV ist der Waldumbau ein wichtiger Ansatz, der sich im Jagdgesetz wiederfinden muss. Aber ohne die fachliche Abstimmung mit den Vertretern der Jagd wurde jetzt in das Jagdgesetz geschrieben, was in der Praxis so gar nicht umsetzbar ist. Entgegen der einvernehmlichen Empfehlung aller jagdlichen Organisationen in Deutschland wurde im Entwurf festgeschrieben, dass jegliche Verjüngung „im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen“ erfolgen soll. Demnach soll nicht nur die Naturverjüngung, wie es in Bayern schon lange praktiziert wird, künftig ohne Schutz aufkommen, sondern jede Pflanzung, auch mit fremden Baumarten oder aus Ansaaten. Das ist praktisch aber nicht umsetzbar, es sei denn, es ist ein Wald ohne Wild gewünscht.

Kein Gesetz gegen unser Wild, gegen Artenvielfalt und Artenschutz!

Der Bayerische Jagdverband fordert deshalb weiterhin mit Nachdruck, dass im Bundesjagdgesetz die Belange der Wildtiere umfänglich berücksichtigt werden. Thomas Schreder: „Wir dürfen ein Gesetz, das im Wesentlichen Wald ohne Wild fordert, nicht zulassen. Deshalb appelliere ich an die Bundestagsabgeordneten, an die Entscheidungsträger in Berlin und in den Bundesländern: Auch die jagdbaren Wildtiere gehören zu unserer Heimat! Der Mensch trägt dafür die Verantwortung.“ Deshalb macht sich der Bayerische Jagdverband als anerkannter Naturschutzverband und als offizieller Vertreter der Jagd in Bayern stark für den Schutz unseres Wildes. Schließlich geht es um die Novellierung des Bundesjagdgesetzes, nicht um ein Waldgesetz.

‚Nur mit Ökosystemen werden wir Überleben‘

Naturforscher Sir David Attenborough sorgte als 93-jähriger mit seinen SocialMedia-Account im November 2020 für Furore, knackte er die Millionen-Follower-Grenze schneller als Hollywood-Stars. Im Dokumentarfilm ‚Prinz William: Ein Planet für uns alle‘ wird er zum Umweltaktivisten! Die aktuelle Doku auf Netflix spricht Bände und sollte jeder von uns anschauen! Wir und unser Planet können nur Überleben, wenn wir uns dieser Probleme bewusst werden und die Lösung u.a. bei der Politik einfordern!

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