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Was muss bei einem Balkonanbau beachtet werden?

Mit einem Balkon kann sich so mancher Bewohner in Innenstädten ein Stück Natur zurück erobern. Für manchen ist es die willkommene Verlängerung des Wohnzimmers nach draußen. Ein privater ‚Open Air‘-Bereich ist der Traum von vielen Menschen. Der Traum vom eigenen Balkon kann Realität werden. Wer den Anbau eines Balkons oder eine Balkonsanierung plant, muss allerdings einige Dinge berücksichtigen. Die wichtigsten Aspekte haben wir für einen ersten Überblick hier zusammen gefasst!

Ein Stück Urlaubsstimmung, wenn man einen Balkonanbau realisiert
Ein Stück Urlaubsstimmung auf dem eigenen Balkon. Fotocredit: Nguyen Dang Hoang Nhu / unsplash.com

Ist ein Balkon genehmigungspflichtig?

Der Anbau eines Balkons ist in Deutschland als „bauliche Veränderung“ nach §22 WEG 1. Absatz 1. Satz genehmigungspflichtig. Der Antrag wird beim Bauamt eingereicht. Ins Dokument gehören der Grundriss, Lageplan und die Ansicht des Balkons sowie die Abstände zu den Nachbarn. Hilfreich ist zudem eine Unterschrift vom Handwerksmeister oder Architekten. Bei der Stadt oder Gemeindeverwaltung sollte man sich über weitere mögliche Einschränkungen erkundigen. Schließlich hat jede Stadt einen Bebauungsplan, nach welchen sich jeder richten muss, welcher neu baut.

Wie groß darf der Balkon sein?

Die Größe des Balkons entscheidet sich an der Zahl der Bewohner und der Art der Nutzung. Benötigt wird Platz für ein gemeinsames Essen mit der Familie und Freunden, für den Grill, Sonnenschirme und die Liegestühle. Ein Wintergarten erfordert deutliche Aufschläge beim Platzbedarf. Sparsamer sind hingegen die beliebten Blumenkästen mit Rankgitter. Je nach persönlichen Vorlieben kann der Balkon einen Sicht- und Windschutz bieten, wobei viele Menschen einen natürlichen Sichtschutz aus Pflanzen bevorzugen.

Das Material des Balkons

Die typischen Materialien für den Balkon sind Holz, Aluminium und Stahl. Ein Balkonanbau aus Stahl vereinfacht die Balkonsanierung, denn Stahl ist das robusteste und pflegeleichteste Material. Während ein Balkon aus Holz oft schon nach nur zehn Jahren saniert werden muss, können Besitzer eines Balkons aus Stahls mit mehreren Jahrzehnten Haltbarkeit bis zur ersten Sanierung rechnen. Langlebig ist außerdem ein Balkon aus Aluminium, der deutlich leichter ist und dessen Pulverbeschichtung Nutzern eine große farbliche Auswahl bietet.

Die Ausrichtung des Balkons

Orientierungspunkt für die Ausrichtung ist der natürliche Lauf der Sonne. ‚Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen wird sie untergehen, im Norden ist sie nicht zu sehen.‘ Diese Weisheit bewahrheitet sich auch hier.

Viele Menschen ziehen als Sonnenanbeter die Südseite für einen Balkons vor. Allerdings hat auch ein Frühstück in der Morgensonne auf der Ostseite und romantische Sonnenuntergänge auf der Westseite ihren Reiz. Zu bedenken ist allerdings, dass die Westseite die Wetterseite ist, sodass man bei „Unwetter“ meistens die volle Ladung Regen und Wind abbekommt. Ein weiteres Kriterium für die Ausrichtung ist die Aussicht, wobei die meisten Menschen den Blick ins Grüne bevorzugen, von dem nachweislich eine beruhigende und leistungsfördernde Wirkung ausgeht.

Der Bautyp des Balkons

Balkone werden unter dem Aspekt ihrer Verankerung in selbsttragende Vorstellbalkone, Anbaubalkone und Kragarmbalkone unterschieden. Während der selbsttragende Vorstellbalkon auf vier Säumen ruht, sind es beim Anbaubalkon, einem Teilselbsttragenden Vorstellbalkon, nur zwei Säulen. Dies erfordert eine zusätzliche Verankerung mit der Hauswand, die durch Befestigungsanker und ein Betonfundament hergestellt wird.

Der Kragarmbalkon ist schließlich ein freitragender Balkon, der vollständig auf eine stabile Verankerung mit der Hauswand angewiesen ist, da ihn keine Stützen mehr tragen. Dafür muss er in die Hauswand montiert werden. Für eine sichere Tragfähigkeit ist beim Anbaubalkon und insbesondere beim Kragarmbalkon eine Beratung mit einem Statiker geboten.

Die Tür des Balkons

Beliebte Türen sind für Balkone Drehtüren, Schiebetüren, Parallel-Schiebe-Kipptüren und Glasfalttüren, die sich allerdings nur bei sehr großen Balkons anbieten. Jede Tür bietet unterschiedliche Vor- und Nachteile und das Öffnungssystem lässt sich immer am Symbol ablesen. Vorteilhaft an einer Schiebetür ist beispielsweise die einfache Bedienung und damit der Schritt zur Barrierefreiheit. Eine weitere Unterscheidung ist durch die Anzahl an Flügel möglich, denn Balkontüren können einen Flügel, zwei Flügel oder drei Flügel aufweisen.

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