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Holger Stromberg’s neues Kochbuch: Überlebens-Bibel mit Rezepten!

Der Münchner Ex-Sternekoch Holger Stromberg sprengt mit diesem Kochbuch das Genre! Zwar findet man jede Menge Kochrezepte, aber in diesem Buch steht so vieles mehr! Von Anti-Stress-Übungen über Schlaf-Tipps über Interviews mit Experten sowie Plädoyers gegen schlechte Nahrungsmittel wie zum Beispiel Zucker will er eins erreichen: ‚Iss (dich) gesund!‘ Er bringt den Hippokrates-Satz: ‚Lass Deine Nahrung Deine Medizin sein‘ ins 21.te Jahrhundert! Ein perfekter Lesestoff zur Einstimmung in die Fastenzeit! 

Holger Stromberg lies uns in seinen Kühlschrank schauen! Auch dem Fasten hat er vier extra Seiten im Buch - Rezepte zur Fastenzeit gewidmet.
Holger Stromberg schaute mit uns zuerst in seinen Kühlschrank! Auch dem Fasten hat er vier extra Seiten im Buch gewidmet.

Holger Strombergs neues Kochbuch hat mit Neuausrichtung zu tun! Erst einmal seine Lebensweise zu überdenken! Doch Verzicht kann immer auch eine Anregung sein! So begann er erst einmal mit gelben Post-it’s alles zu bekleben, was im Kühlschrank ein tierisches Produkt war! ‚Ich war von der Vielzahl erschrocken‘, erzählt er und so fing seine ‚Food for Future‘-Reise bereits vor vielen Jahren an. Jetzt alles kompakt auf 192 Seiten im Buch Holger Stromberg: ‚Essen ändert alles!‘ (Südwest Verlag, 20 €).

Doch so ein Buch kann man auch nur schreiben, wenn man trotz guter Küche krank wurde. Als ‚Junger Wilder‘ und Sternekoch kochte er irgendwann auch für die Fußballnationalmannschaft und irgendwann kamen massive gesundheitliche Probleme, u.a. Schmerzen im linken Fuß. Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt schaute sich das Ganze an und diagnostizierte ein paar Lebensmittel und Gewohnheiten als Übeltäter. Nachzulesen im Buch ab Seite 8!

Sechs Schritte, Essen zu simplifizieren

Stromberger begann Lebensmittel mit ihrem gesundheitlich wirksamen Hintergrund neu kennenzulernen und erkannte, dass die eigene Einstellung und der Respekt zur Natur und eine gewisse Genügsamkeit wichtiger sind als jedem Foodtrend hinterher zu jagen. Als Ernährungs-Experte wird er mit diesem Buch zum Food-Botschafter.

Die sechs Schritte zum perfekten Essen, ohne die Erde zu zerstören, sind gleichzeitig Strombergers sechs Kapitel. Man lernt etwas über seine Nahrungsmittel, was zum Beispiel ein wertvolles Lebensmittel ist. Auf über 40 Seiten geht er dann von Kohlenhydraten über Eiweißen bis zu bioaktiven Pflanzenstoffen auf alles mit wissenschaftlichen Aspekt ein.

Das Buch ist definitiv kein Fastenbuch, aber Stromberger stellt alle populären Methoden vor. Das Buch ist kein Diätbuch, aber Stromberger geht viel auf Übergewicht und Gesundheit ein. Dazu führt er Interviews mit einigen Ärzten und Experten.

Genuss-Rezept: Wurzelgemüse mit Venere-Reis, Kidneybohnen, Blumenkohl, Mandeln und Estragon auf Buchseite 182
Genuss-Rezept: Wurzelgemüse mit Venere-Reis, Kidneybohnen, Blumenkohl, Mandeln und Estragon auf Buchseite 182

Doch bevor man zu den 35 Genuss-Rezepten gelangt, wird man auf zehn Seiten noch etwas über Nachhaltigkeit, Öko-Produkte und Fleischkonsum erfahren. Stromberger wird durchaus politisch, stellt er Massentierhaltung in Frage und ärgert sich, warum es in der Schule kein eigenes Fach über die Ernährung, welche so wichtig ist, gibt!

Mit Hilfe von konkreten Einkaufslisten, Tipps, Rezepten und einem „Was ist wirklich und warum gut für uns“- Warenkorb zeigt er, wie jeder sein Wohlbefinden inklusive Genuss steigern und darüber hinaus jede Menge Zeit sowie Abfall im Alltag sparen kann. Das alles ohne erhobenen Zeigefinger oder Dogmatismus!

Noch ein paar konkrete Fragen an Holger Stromberg

Wie stehen Sie zu veganer Ernährung? Nur ein Trend?

HS: „Auch, wenn ich persönlich ein Sonntagsbraten-Verfechter bin und bleibe, praktizieren und kombinieren wir sehr häufig in unseren Kursen und Workshops vegane Elemente. Persönlich liebe ich vegane Rezepte. Das ist für mich echte, große Kochkunst. Vegane Ernährung kann und wird einen enorm großen Beitrag dazu leisten, dass wir weiter als Menschheit existieren können. Denn es wird nicht reichen, einfach bloß von Wurst auf Käse umzustellen. Auch wenn nichts, was wir tun, einen sofortigen Effekt auf das Klima hat, beschleunigt aber alles, was wir nicht tun die derzeitige Entwicklung rasant.“

Wie planetengesund leben und kochen Sie selbst?

HS: „Beruflich bin ich selbst viel unterwegs und weiß daher um die Hürden im Alltag. Green cooking for the blue planet lautet meine Devise aus voller Überzeugung. Ich hinterfrage jedes gewohnheitsmäßige Handeln bevor ich etwas tue und greife so immer häufiger zur besseren Alternative. Ich versuche jeden Tag ein bisschen mehr, planetenfreundlich für meine Familie, meine Gäste und Kunden zu kochen. Außerdem esse ich beispielsweise an fünf Tagen in der Woche rein pflanzlich.“

Ist Milch ein Klima-Killer? Sind Fake-Fleisch und milchfreie Milch die Lösung? Und was ist nun mit der gesunden Avocado? Kurzum, was können wir noch guten Gewissens essen?


HS: „Ja, in der industriellen Massenproduktion sind Milchprodukte das definitiv. Milchfrei ist meist die bessere Alternative, hier haben Haferprodukte die Nase vorn. Avocado bitte in Maßen, nicht in Massen essen. Meine Empfehlung: Legen Sie bewusst einen klimafreundlichen Warenkorb an und ernähren Sie sich überwiegend aus diesem. Wie ́s geht, das erkläre ich in meinem Buch☺.“

Was kann jeder einzelne tun, um effektiv zur Rettung des Klimas beizutragen? Müssen wir ab sofort vegan oder zumindest vegetarisch leben?

HS: „Das wäre eine gute Entscheidung. Aber das klingt zu radikal und bereitet den meisten Menschen auch Verzichts-Ängste. Der Ansatz sollte ein anderer sein: Es gibt zahlreiche bessere Alternativen, die zeigen, dass Genuss und planetenfreundliche Ernährung sich nicht ausschließen müssen, sondern sehr gut Hand in Hand gehen. Natürlich muss man sich von der einen oder anderen Gewohnheit verabschieden, aber das ist ein Prozess und muss nicht von heute auf morgen geschehen. Schritt für Schritt, auch in konstruktiven Diskursen mit anderen, die noch nicht die Dringlichkeit der Lage erkannt haben.

Viele Menschen gemeinsam, WIR zusammen können viel bewegen. Dazu müssen wir miteinander reden, vermeiden, andere zu verurteilen und vor allem handeln! Denn es bleibt keine Zeit mehr für endlose Diskussionen, es ist höchste Zeit, zu verstehen und verständlich zu machen, dass jeder seinen Beitrag leisten muss. Ein „Weiter so“ bedeutet das Ende für unseren Planeten – denn Ernährung spielt eine wesentliche Rolle beim Klimawandel. Möglichst billig und ohne auf Qualität zu achten, das macht definitiv alle krank, uns selbst und schließlich unsere Erde, also unsere Lebensgrundlage.“

Abgesehen davon, dass jeder Einzelne tagtäglich etwas in Sachen gesunder Ernährung tun kann. Haben Sie Forderungen an die Politik?

HS: „Selbstverständlich. Schon lange übrigens.
1. Pragmatische Ernährungslehre an allen europäischen Schulen.
2. Ausschließlicher Bio-Anbau in Europa (wir können es uns leisten müssen!).
3. Mut zum Handeln – auch entgegen den mächtigen Lobbyverbänden und all den Reichsbedenkenträgern.
4. Mehr Vertrauen in den klaren Menschenverstand der Bevölkerung und damit eine grundehrliche Kommunikation betreffend die Herausforderungen, vor denen wir nicht mehr davonlaufen können.
5. Heute anfangen!“

Warum haben wir das Buch Überlebens-Bibel genannt? Weil es hier um Ernährung geht, ohne den Planeten weiter zu zerstören!

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